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3:1 gegen Viktoria 89 : BFC Dynamo gewinnt den Berliner Pokal

Der BFC Dynamo ist Berliner Pokalsieger. In einem spannenden Spiel machte Dynamos überragender Pröger den Unterschied.

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Kai Pröger schoss die Treffer zum 2:1 und 3:1 für BFC. Foto: dpa
Kai Pröger schoss die Treffer zum 2:1 und 3:1 für BFC.Foto: dpa

Die Spielvorbereitung war sicher etwas ungewohnt für den BFC Dynamo. Anders als bei den Heimspielen in der Regionalliga musste sich der einstige DDR-Serienmeister vor dem Berliner Pokalfinale gegen den FC Viktoria 89 in der Gästekabine umziehen. Die Mannschaft von Trainer René Rydlewicz besaß zwar offiziell kein Heimrecht, die zahlreichen Fans des BFC ließen allerdings keinen Zweifel daran, wer beim 3:1 (1:0, 0:0, 0:0)-Sieg nach Verlängerung Herr im mit 6690 Zuschauern ordentlich gefüllten Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg war. „Dynamo, Dynamo“, schallte es von der Gegentribüne auf den Rasen, sobald die Weinrot-Weißen auch nur ansatzweise gefährlich zum Abschluss kamen.

In der 118. Minute musste man dann beinahe um die Statik in dem sanierungsbedürftigen Stadion fürchten, als Kai Pröger den 2:1-Führungstreffer für den BFC erzielte. Zwei Minuten später legte der beste Mann auf dem Platz in seinem letzten Spiel für die Hohenschönhauser mit einem Lupfer aus 30 Metern das 3:1 nach. Jetzt hielt die Fans auf der Gegengeraden nichts mehr auf den Sitzen. „Oh, wie ist das schön“, sangen die BFC-Fans, während Viktorias Spieler enttäuscht zu Boden sanken.

Nach torlosen 90 Minuten und den Treffern durch den eingewechselten Otis Breustedt sowie Viktoria-Kapitän Ümit Ergirdi deutete alles auf ein Elfmeterschießen hin. Doch Pröger bescherte seinem Team den fünften Landespokalsieg seit der Wende und die Qualifikation für die erste Runde des DFB-Pokals. „Ich hätte mir keinen schöneren Abschied vorstellen können“, sagte Pröger, dessen Wechsel zu Rot-Weiß Essen erst vor wenigen Tagen verkündet worden war.

Die beiden Teams warteten ab und riskierten wenig

Es war das erwartet enge Spiel zwischen den zwei Regionalliga-Konkurrenten. Zwar wurde Viktoria als Vierter erstmals seit der Rückkehr in den überregionalen Fußball beste Berliner Mannschaft hinter Hertha und Union, doch die Tabelle hat im Pokal bekanntlich nur einen sehr begrenzten Wert. Zumal es in den direkten Duellen stets eng zuging. 2013 und 2014 trafen beide Mannschaften im Pokal-Halbfinale aufeinander – in beiden Fällen ging es ins Elfmeterschießen.

Auch am Donnerstagabend schenkten sich beide Mannschaften nichts. Die Kontrahenten warteten ab und riskierten wenig. So entwickelte sich ein Spiel auf überschaubarem Niveau. Chancen gab es dennoch, auch wenn diese nur selten aus ansehnlichen Kombinationen resultierten.

In der Anfangsphase war Viktoria die bessere Mannschaft und BFC-Torwart Bernhard Hendl bewahrte sein Team mit zwei guten Paraden vor dem Rückstand. Dynamo überließ dem Gegner lange die Initiative, machte aber die Räume mit zwei gut gestaffelten Viererketten eng. „Es war vielleicht nicht das beste Fußballspiel, wir können den Platz aber erhobenen Hauptes verlassen“, sagte Viktorias Trainer Ersan Parlatan.

Auf der anderen Seite nutzte der BFC die Schnelligkeitsvorteile seiner Offensivspieler. Nach einer starken Vorarbeit von Pröger versagten Vincent Rabiega frei vor dem Tor allerdings die Nerven.

Mit zunehmender Spielzeit machte Dynamo den entschlosseneren Eindruck. Mehr als Halbchancen erspielten sich beide Mannschaften jedoch nicht. So ging es in die Verlängerung. Dort trafen zunächst Breustedt und Ergirdi, bevor Pröger seine herausragende Leistung krönte.

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