3:1 in Bielefeld : Hertha weiter auf Aufstiegskurs

Hertha BSC bleibt auf gutem Weg zurück ins Fußball-Oberhaus. Beim 3:1 im Duell bei Arminia Bielefeld gelang dem Spitzenreiter der 2. Bundesliga am Sonntag der dritte Erfolg hintereinander.

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Berlins Torschütze zum 0:1 Ronny (r) jubelt nach seinem Treffer zusammen mit seinem Teamkollegen Adrian Ramos.
Berlins Torschütze zum 0:1 Ronny (r) jubelt nach seinem Treffer zusammen mit seinem Teamkollegen Adrian Ramos.Foto: dpa

Es war ein schöner Tag für Hertha BSC und ein großer für die Familie Araújo, repräsentiert von den Fußball spielenden Söhnen Raffael und Ronny. Die beiden Brüder aus Brasilien verdingten sich erstmals gemeinsam als Torschützen für den Berliner Zweitligisten und legten damit die Basis für Herthas nie gefährdeten 3:1 (2:0)-Sieg bei Arminia Bielefeld. Mit den drei ohnehin fest eingeplanten Punkten beim Tabellenletzten bauten die Berliner ihre Spitzenposition noch ein wenig weiter aus. Da am Wochenende mal wieder die gesamte Konkurrenz für Hertha spielte, dürfte Trainer Markus Babbel dem Berliner Derby am kommenden Samstag gegen den 1. FC Union reichlich entspannt entgegen blicken.

Noch nie in dieser Saison ist Hertha dem Ruf als FC Bayern der Zweiten Liga so nahe gekommen wie am Sonntag vor 20.017 Zuschauern auf der Bielefelder Alm. Sogar die roten Auswärtstrikot schienen ein wenig heller zu leuchten, so souverän beherrschten die Berliner ihren Gegner, ließen ihn zappeln, laufen, schwitzen, nur nicht hoffen. Da fiel es überhaupt nicht negativ ins Gewicht, dass Trainer Markus Babbel sein Personal so kräftig rotiert hatte wie lange nicht. Rob Friend durfte für den verletzten Pierre-Michel Lasogga stürmen, Fabian Lustenberger verantwortete das Mittelfeld an Stelle des in der Vorwoche dort aufgebotenen  Fanol Perdedaj und Andre Mijatovic, zu Saisonbeginn aus Bielefeld nach Berlin gekommen, organisierte nach abgesessener Sperre wieder Seite an Seite mit Roman Hubnik die Innenverteidigung.

Es wurde ein kalter Nachmittag für Mijatovic, dessen Abwehrkunst  nie zur Abwendung kommen musste, denn dafür waren die Bielefelder einfach zu unbedarft, zu harmlos, zu schlecht. In dieser Verfassung ist die Arminia, ihrem Tabellenplatz angemessen, Abstiegskandidat Nummer eins. Torgefährlich waren die Bielefelder eigentlich nur im eigenen Strafraum. Schon nach ein paar Minuten hätte Sandro Kaiser beinahe ein Eigentor geschossen, dann hatte Torhüter Dennis Eilhoff Glück, dass Schiedsrichter Hartmann nach seinem Foul an Adrian Ramos das Spiel nach einer nur ihm geläufigen Variante der Vorteilsregel weiterlaufen ließ.

Das war nach 17 Minuten, aber im nächsten Angriff nahmen die Herthaner die Sache schließlich selbst in die Hand. Lustenberger spielte steil auf Friend, der mit dem Rücken zum Tor stand, den Ball aber direkt und gedankenschnell in den Lauf von Ronny spielte. Der jüngere der beiden Araujo-Brüder (24) lief noch ein paar Meter und schob Eilhoff den Ball aus spitzem Winkel zum 1:0 ins Tor. Es war sein erstes Tor in einem Pflichtspiel für Hertha, erzielt mit seinem schwächeren rechten Fuß.

Im Gegenzug vergab Dario Vidosic die einzige halbwegs nennenswerte  Bielefelder Torchance der ersten Halbzeit. Hertha spielte leicht und locker weiter nach vorn, immer wieder inspiriert von Bielfelder Fehlpässen. Raffael drosch erst nach schöner Ablage von Friend über das Tor. Beim zweiten Versuch kurz vor der Halbzeitpause hatte Ronnys großer Bruder (25)  mehr Erfolg. Eigentlich hatte Adrian Ramos schießen wollen, aber dem Kolumbianer sprang der Ball auf dem holprigen Rasen über den Fuß. Raffael setzte nach und traf  mit lins von der Strafraumgrenze in die recht Ecke.

Es hätte böse enden können für die Arminia, wäre Hertha etwas sorgsamer umgegangen mit den sic bietenden Konterchancen. Die beiden besten verschusselte Nikita Rukavytsya, Christian Lell spielte einmal überhastet in die Mitte und Rob Friend ebenso. So viel Berliner Generosität verleitete auch die Arminia zu ein, zwei Chancen, sie wurden mit standesgemäßer Souveränität vergeben. Wenn denn noch ein Hauch von irrationaler Hoffnung über die Alm wehte, so war es damit nach 76 Minuten vorbei. Friends Pass rollte in Richtung des im Abseits stehenden Waleri Domowtschiski, aber der eingewechselte Bulgare ließ den Ball passieren zu Raffael, der auch noch Torhüter Eilhoff umkurvte und zum 3:0 traf. Dass Josip Tadic fünf Minuten vor Schluss gegen die viel zu weit aufgerückte Berliner Abwehr auch ein Tor für die Arminia schoss, war in erster Linie eine ärgerliche Randnotiz für Maikel Aerts. Der Berliner Torhüter wartet im neuen Jahr immer noch auf sein erstes Spiel ohne Gegentor.


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