3:1 in Nürnberg : Eisbären siegen wieder

Zwei Tage nach dem 3:5 in Köln rehabilitieren sich die Eisbären beim 3:1 in Nürnberg. Jeff Friesen gelingen zwei Tore für den Tabellenführer.

Florian Jennemann[Nürnberg]
Zepp vor Debüt als Nationaltorwart
Wieder allen Grund zur Freude... haben Torwart Zepp und die Eisbären.Foto: dpa

Manchmal dürften die Eisbären Berlin auf ihre Ligakonkurrenz richtig beängstigend wirken, so als seien sie programmiert. In dieser Saison hat der deutsche Eishockeymeister noch nicht einmal zweimal in Folge verloren. Längere Schwächeperioden? Gibt es nicht. Auf eine ihrer seltenen Niederlagen folgte zuverlässig ein Sieg. So war es auch am Wochenende. Nachdem sie am Freitag den Kölner Haien 3:5 unterlegen waren, gewannen sie am Sonntag 3:1 (1:0, 1:0, 1:1) bei den Nürnberg Ice Tigers.

Hinter dem vermeintlich produktionsreifen System der Eisbären, steckt durchaus viel menschliche Arbeit. „Wir analysieren unser Spiel gerade nach Misserfolgen sehr genau und versuchen, die Fehler sofort abzustellen“, sagt Trainer Don Jackson. Meistens klappt das gut. Spielten die Berliner in Köln oft noch zu nachlässig und unkonzentriert, agierten sie in Nürnberg zumindest anfangs sehr aggressiv und angriffslustig. Selbst in Unterzahl griffen sie den Gegner früh an, um ihn unter Druck zu setzen.

Das machte auf die Ice Tigers sichtlich Eindruck. So viel, dass sie sich im ersten Abschnitt zurück nahmen und vor allem darauf bedacht waren, selbst keine Fehler zu begehen. „Wir hatten zu Beginn zu viel Respekt vor den Eisbären und haben zu zaghaft gespielt“, sagte Nürnbergs Adrian Grygiel. Ein Missgeschick passierte ihnen dann aber doch. Martin Ancicka verlor den Puck in der achten Minute zu leichtfertig, so dass ihn sich Eisbären-Stürmer Denis Pederson schnappen und zu Florian Busch passen konnte, der unbedrängt zum 1:0 einschoss. Es war eine Führung, welche die Berliner veranlasste, wieder ein wenig Leichtsinn, ja vielleicht sogar Überheblichkeit, zuzulassen: Zu viele Möglichkeiten vergaben sie in ihren Überzahlspielen zu Beginn des Mitteldrittels, zu lässig und ohne die nötige Zielstrebigkeit traten sie nun vor 4049 Zuschauern in der Nürnberger Arena auf.

Es brauchte schon eine doppelte Überzahl, ehe Jeff Friesen einen Abpraller verwandelte, nachdem Richie Regehr mit einem Schuss von der blauen Linie am guten Torhüter der Ice Tigers, Patrick Ehelechner, gescheitert war. Auch im Schlussdrittel änderte sich nicht viel an der Einstellung der Eisbären. Sie schienen sich ihres Erfolges, frei nach der bisherigen Saisonbilanz, sicher. Die logische Folge war der Anschluss durch Shane Peacock, der im Powerplay von der blauen Linie Rob Zepp im Berliner Tor überwand. Danach vergab Peacock sogar noch eine weitere aussichtsreiche Chance zum Ausgleich. Am Ende allerdings reichte es trotz viel Engagement in einer temporeichen Partie für die Ice Tigers nicht mehr. Die Eisbären beschränkten sich gegen Ende der Begegnung vornehmlich darauf, gut zu verteidigen – und zu kontern. Nachdem die Nürnberger kurz vor Schluss den Torwart zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis genommen hatten, traf Friesen zum 3:1 ins leere Tor.

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