3:1-Sieg in Köln : Lautern ist wieder zu Hause

Der 1. FC Kaiserslautern feiert eine erfolgreiche Rückkehr in die Bundesliga: Der Aufsteiger spielt fast 90 Minuten in Überzahl und siegt 3:1 beim 1. FC Köln, der den schnellsten Platzverweis der Bundesliga beklagt.

von
Ruhe bitte. Kaiserslauterns Angreifer Srdjan Lakic (r.) bringt die Kritiker mit seinen zwei Treffern in Köln zum Schweigen.
Ruhe bitte. Kaiserslauterns Angreifer Srdjan Lakic (r.) bringt die Kritiker mit seinen zwei Treffern in Köln zum Schweigen.Foto: ddp

Marco Kurz verbrachte einen anstrengenden Samstagnachmittag. Der Trainer des 1. FC Kaiserslautern hüpfte die meiste Zeit wie ein Wilder an der Seitenlinie entlang. Er schrie, fuchtelte mit den Armen, am liebsten hätte er wohl selbst mitgespielt. Am Ende konnte er durchatmen – und jubeln. Die Rückkehr ist geglückt: 3:1 (0:1) siegte der Aufsteiger aus der Pfalz vor 49 200 Besuchern beim 1. FC Köln, der nun seit mehr als 20 Jahren kein Heimspiel mehr gegen Kaiserslautern gewonnen hat. Die etwa 5000 angereisten Fans aus der Pfalz feierten ihre Mannschaft mit glücklichen Gesängen. Sie hatten so lange auf diesen Tag warten müssen.

Es war das erste Erstligaspiel für Kaiserslautern seit vier Jahren. Er spüre eine große Anspannung in seiner Mannschaft, hatte Coach Kurz vor dem Anpfiff berichtet. Er deutete dies als Zeichen voller Konzentration. Viele seiner Profis hatten jedoch zunächst ihre Nerven nicht ausreichend im Griff – und dabei hatte es so gut begonnen: Es waren gerade 87 Sekunden gespielt, da sah Kölns Kapitän Mohamad die Rote Karte. Er hatte Erwin Hoffer an der Strafraumgrenze gehalten und so von den Beinen geholt, Schiedsrichter Felix Brych entschied auf Notbremse; eine harte, aber richtige Entscheidung. Und ein neuer Rekord in 47 Jahren Bundesliga: Nie zuvor hatte ein Spieler früher Rot gesehen. Bisher hielt Andreas Ivanschitz von Mainz 05 die Rekordmarke, der Anfang April im Spiel beim 1. FC Nürnberg nach 188 Sekunden Rot gesehen hatte.

Die Lauterer wussten mit ihrer numerischen Überlegenheit aber lange nichts anzufangen, sie spielten viel zu hektisch. Die Kölner hingegen organisierten sich gut und übernahmen die Regie, wobei Neuzugang Martin Lanig als Lenker im Mittelfeld eine gute Figur machte. Der FC spielte meist über rechts nach vorn, mit schnellem Erfolg: Nach einem Freistoß von Petit fing Torhüter Tobias Sippel den Ball zwar, er ließ ihn dann aber wieder aus den Händen rutschen, so dass Milivoje Novakovic zum 1:0 abstauben konnte.

Der FC blieb während der ersten 45 Minuten das bestimmende Team, das sich die besseren Chancen erarbeitete. Sippel bekam einige Möglichkeiten, seinen Patzer wieder gut zu machen. So klärte er nach einem Schuss von Petit zur Ecke, sechs Minuten später parierte er einen Freistoß von Lukas Podolski. Die Lauterer sammelten sich erst in der Schlussphase der ersten Hälfte. Srdjan Lakic tauchte ein paar Mal gefährlich vor dem Tor von Faryd Mondragon auf, zwingende Torchancen hatte das Gästeteam aber noch nicht.

Nach der Pause wurden die Lauterer aktiver. Gefahr erzeugten sie jedoch weiterhin nicht, meistens kamen sie gar nicht so weit. Die von McKenna und Pezzoni organisierte Kölner Viererkette leistete solide Arbeit. Bis zur 70. Minute, dann gingen dem FC die Kräfte aus. Lakic verlud, schön angespielt von Rodnei, Pezzoni an der Strafraumgrenze und überwand Mondragon mit einem wuchtigen Schuss aus der Drehung. Es war die erste schöne Aktion im Spiel des Aufsteigers, der nun mehr wollte – und auch bekam: Sechs Minuten später erhöhte Lakic aus kurzer Distanz auf 2:1. In der 88. Minute traf Ivo Ilicevic zum 3:1-Endstand.

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben