3:2 in Frankfurt : Der HSV fährt doch noch nach Europa

Der Hamburger SV siegt 3:2 bei Eintracht Frankfurt, verdrängt Borussia Dortmund von Platz fünf und darf sich auf die neue Europa League freuen.

Jürgen Heide[Frankfurt am Main]

Frankfurt am Main - Piotr Trochowski ließ sich viel Zeit, und er hatte auch allen Grund dazu. Erst eine Stunde, nachdem er in letzter Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel für den 3:2 (1:0)-Sieg des Hamburger SV bei Eintracht Frankfurt gesorgt hatte, der aufgrund des Dortmunder Unentschiedens in Mönchengladbach mit dem Einzug der Norddeutschen in die Europa League verbunden war, kam der Nationalspieler aus der Umkleidekabine. Ganz entspannt stand der kleine Mann in den Katakomben der Frankfurter Arena und gab seine Antworten. Bei seinem so wichtigen Linksschuss habe er „das Gehirn ausgeschaltet“, sagte der Nationalspieler. Das Siegtor allerdings hätte gar nicht zählen dürfen, weil der 25-Jährige im Abseits gestanden hatte. „In der 90. Minute und am letzten Spieltag gibt es kein Abseits“, sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer dazu.

Die Saison endet für den HSV dank Trochowski nun noch einigermaßen versöhnlich, nachdem er in den Halbfinals des Uefa-Cups und des DFB-Pokals ausgeschieden war. Für die Frankfurter, die im unteren Mittelfeld der Tabelle stehen, war es ohnehin um nichts mehr gegangen. Sie hatten trotz der Niederlage einen friedlichen Saisonabschluss. Nachdem die Eintracht-Fans wochenlang den Rauswurf von Trainer Friedhelm Funkel gefordert hatten, verabschiedeten sie den nach fünf Jahren scheidenden Trainer vor seinem letzten Spiel mit Applaus.

Zwischenzeitlich hatte es so gewirkt, als ob die Frankfurter den HSV noch richtig ärgern könnten. Nachdem Frankfurts Torwart Markus Pröll in der 89. Minute gegen Hamburgs Jonathan Pitroipa gerettet hatte, sah es so aus, als würde der HSV seine letzte Chance vergeben haben und am Ende mit leeren Händen dastehen, bevor der eingewechselte Trochowski doch noch traf.

Dabei hatten die Hamburger nach der 2:0-Führung durch David Jarolim und Ivica Olic vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena schon wie der sichere Sieger ausgesehen, bevor die bis dahin recht harmlose Eintracht durch Treffer von Alexander Meier und Caio nach einer Stunde doch noch zurückkam. Beinahe zeitgleich mussten die Hamburger die Kunde vom Dortmunder Ausgleich in Gladbach hinnehmen. Der HSV aber ließ sich von alledem nicht irritieren, spielte bis zum Ende druckvoll weiter und siegte deshalb letztlich folgerichtig.

„Wenn es eine Mannschaft verdient hat, in den Europapokal zu kommen, dann seid ihr das“, sagte Friedhelm Funkel und war sich darüber wohl mit allen Hamburgern einig. Jürgen Heide

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