3:3 gegen den HSV : Gefühlter Sieg für Schalke

Der Hamburger SV führt 2:0 und 3:2 auf Schalke. Doch das Team von Trainer Felix Magath schafft jeweils noch den Ausgleich. Magath aber bleibt selbstkritisch - wie auch der zweifache Torschütze Kevin Kuranyi.

Jörg Strohschein[Gelsenkirchen]
FC Schalke 04 - Hamburger SV
Starker Auftritt. Kevin Kuranyi hatte mit zwei Toren großen Anteil an Schalkes zweimaliger Aufholjagd. 2:0 und 3:2 hatte der HSV...Foto: dpa

Als der Ball Kevin Kuranyis Stirn verließ und nur Zehntelsekunden später über die Torlinie des Hamburger Tores flog, explodierten die Emotionen der Fans. Der Angreifer des FC Schalke 04 hatte praktisch in letzter Sekunde den Ausgleichstreffer zum 3:3 gegen den Hamburger SV erzielt und damit einen kaum noch für möglich gehaltenen Endstand erreicht.

Es war ein gefühlter Sieg für die Westfalen, die zwischenzeitlich in einer furiosen und hochklassigen Partie wie die klaren Verlierer gegen die Hanseaten ausgesehen hatten. Trotz guter Möglichkeiten für die Schalker führten die Hamburger zur Halbzeit nach Treffern von Marcus Berg und Piotr Trochowski mit 2:0.

"Wir sind dann aber zurückgekommen und haben großartig gefightet", lobte Felix Magath seine Mannschaft. Erst erzielte Kuranyi erneut per Kopf den Anschlusstreffer. Im Anschluss sah der Hamburger David Rozehnal die Rote Karte, als er Kevin Kuranyi mit einer Notbremse stoppte. Den Freistoß von Marcelo Bordon konnte HSV-Torhüter Frank Rost mit einen fantastischen Reflex noch gegen die Torlatte lenken, den Abpraller köpfte Lukas Schmitz dann gekonnt über die Linie.

Als dann der HSV trotz Unterzahl nach einem brillanten Alleingang des bemerkenswert agilen Hamburger Mittelfeldspielers Zé Roberto zehn Minuten vor dem Ende die nochmalige Führung für den HSV erzielte, schien die Schalker Niederlage besiegelt. Doch anders als in den vergangenen Jahren sackte die Mannschaft nicht in sich zusammen, sondern bewies Nervenstärke und schaffte die Wende.

"Es ist natürlich ein schönes Gefühl, so wichtige Treffer erzielt zu haben. Aber wir müssen noch viel lernen", sagte Kuranyi, nachdem sich die großen Emotionen eine Stunde nach dem Spiel verflüchtigt hatten. "Der HSV hat gezeigt, warum er so weit oben steht."

Tatsächlich hat selten eine Mannschaft vor 61.000 Zuschauern in der Schalker Arena so selbstbewusst gespielt, wie es die Hamburger am Sonntagabend zeigten, und die leidenschaftlichen Schalker spielerisch zu Fehlern gezwungen. Deshalb war HSV-Trainer Bruno Labbadia auch hin und her gerissen zwischen Zufriedenheit und Enttäuschung. "Meine Mannschaft hat sensationelle Moral gezeigt, wir hatten das Spiel gegen Celtic Glasgow unter der Woche noch in den Knochen. Aber es ist natürlich ärgerlich, so kurz vor Schluss noch den Ausgleich hinnehmen zu müssen", sagte Labbadia.

Felix Magath war anders die Anhänger nicht zufrieden mit dem Spiel. "Ich bin zwar wegen der Emotionen hierher nach Schalke gekommen. Aber wir müssen noch viel arbeiten, denn wir machen zu viele leichte Fehler", sagte er fast unterkühlt. Den Schalker Profis dürften trotz des vierten Tabellenplatzes demnach weitere harte Trainingswochen bevorstehen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben