Sport : 3 B Berlin bestreitet vier Spiele in neun Tagen

Friedhard Teuffel

Das kleine Geschäftszimmer von Rainer Lotsch in der Sporthalle des Coubertin-Gymnasiums in Prenzlauer Berg gleicht dieser Tage eher einem Reisebüro. Der Manager der Tischtennisspielerinnen von 3 B Berlin plant und organisiert eine sportliche Fahrt durch Europa mit drei Stationen. Am kommenden Mittwoch tritt 3 B bei Assistance Coesfeld in der Bundesliga an. Von dort geht es zum Europapokal-Achtelfinalspiel nach Oroshaza in Ungarn, das am Freitag stattfindet. Die Abschlussveranstaltung ist das Spitzenduell in der Bundesliga beim FC Langweid in Bayern am Sonntag. Komplett wird der Spielplan aber erst durch das Aufeinandertreffen mit dem SV Winterwerb am heutigen Tag. Die Vorbereitungen dafür waren überschaubar. Das Spiel findet um 16 Uhr daheim in der Anton-Saefkow-Halle statt.

Vier Spiele in neun Tagen - danach werden die Berlinerinnen schon genauer wissen, was sie von sich und der Saison noch zu erwarten haben. Der Schwierigkeitsgrad wird von Spiel zu Spiel höher. Heute gegen den SV Winterwerb ist ein ungefährdeter Sieg fest eingeplant. Zum ersten Mal setzt 3 B dabei die neu verpflichtete deutsche Jugendmeisterin Jessica Göbel in der Bundesliga ein. Sie hat es in der Zweitliga-Mannschaft bislang auf eine ansehnlich Bilanz von 9:3 Siegen gebracht. Manager Lotsch hat die 18-Jährige aber noch aus anderen Gründen nominiert. "Wir haben es ihr versprochen", sagt er. "Außerdem bestreitet sie ihr erstes Einzel gegen Tanja Hofmann." Die zählt genauso wie Jessica Göbel zur nächsten Generation im deutschen Damen-Tischtennis. Das dürfte die Neu-Berlinerin motivieren und ihr den Auftritt leichter machen als gegen eine unbekannte ausländische Spielerin.

Gegen Coesfeld wird die Aufgabe dann durch das fremde Publikum am fremden Ort erschwert, in Ungarn beim Europapokal dadurch, dass die Berlinerinnen dort bisher noch gar nicht angetreten sind. Mit einer Ausnahme. Katalin Harsaniy war vor ihrem Engagement in Berlin bei Oroshaza unter Vertrag. Von ihr kamen denn auch erste wertvolle Informationen, vor allem über das gewöhnungsbedürftige Umfeld. Der Spielort sei eine kleine Stadthalle, in der nur ein Tisch Platz findet, und die Zuschauer kämen dort den Spielerinnen ganz nahe, berichtete sie.

Der Plan von Lotsch ist sowieso der: mit drei Siegen aus den ersten Spielen ganz unbeschwert zum Spitzenspiel der Bundesliga nach Langweid fahren. "Wenn wir die ersten drei Spiele gewinnen, haben wir gute Laune und lassen alles weitere auf uns zukommen", sagt Lotsch.

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