3. Liga : Aachen steigt ab - KSC vor Big Point

Rien ne vas plus - nichts geht mehr: Alemannia Aachen steht als erster Absteiger aus der 3. Fußball-Liga fest. Preußen Münster und der 1. FC Heidenheim zeigen derweil Nerven und sind am 36. Spieltag die großen Verlierer im Aufstiegskampf.

Lange deutete es sich an, nun ist es Gewissheit: Alemannia Aachen muss den bitteren Gang aus der 3. Fußball-Liga in die Regionalliga West antreten. Das 0:1 beim Halleschen FC besiegelte den sportlichen Niedergang des Traditionsvereins, der erstmals in seiner 112-jährigen Geschichte in die Viertklassigkeit abrutschte. „Ich bin einfach enttäuscht, wie ein paar Spieler von uns aufgetreten sind, damit tut es noch mehr weh. Wie ein paar Herren ihre Arbeit gemacht haben, das ist zu wenig“, wetterte Alemannia-Trainer René van Eck. Timo Furuholm traf mit seinem Treffer in der 24. Minute Aachen Mitten ins Herz. „Das ist einfach nur traurig. Man hatte noch ein Fünkchen Hoffnung bis zuletzt. Ein extrem beschissenes Gefühl“, meinte Tommy Thiele sichtlich enttäuscht.

Klar scheint nun wohl auch, dass Aachen keinen Insolvenzantrag in der laufenden Saison stellen wird und damit das Horrorszenario der Punkte-Annullierung vom Tisch ist. Denn der Verein lieh sich wie auch Kickers Offenbach kurzfristig die Maximalsumme von 200 000 Euro aus dem Kautionsfonds des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Hätte Aachen vor dem 38. Spieltag Insolvenz beantragt, wären alle bisher ausgetragenen Spiele annulliert worden. Das hätte zu erheblichen Verschiebungen in der Tabelle geführt. So wären Preußen Münster im Aufstiegsrennen sechs Punkte abgezogen worden - das Wort Wettbewerbsverzerrung geisterte schon durch die Liga.

Auch für Offenbach wird die Luft nicht nur finanziell immer dünner. Nach dem 2:2 bei Hansa Rostock sind die Hessen wieder mitten drin im Abstiegskampf. Doch Coach Rico Schmitt propagiert Optimismus: „Wir sind mit dem Punkt zufrieden, der am Ende noch Gold wert sein kann.“ Rot-Weiß Erfurt hat den Klassenverbleib hingegen durch ein 2:1-Erfolg beim Chemnitzer FC so gut wie perfekt gemacht. „Wir haben unsere Aufgabe erfüllt“, zeigte sich Erfurts Trainer Alois Schwartz erleichtert: „Ich denke, das wird reichen“.

So spannend wie der Abstiegskampf bleibt das Ringen um die Aufstiegsplätze. Preußen Münster musste mit der unerwarteten 0:1-Heimpleite gegen die Stuttgarter Kickers einen herben Rückschlag hinnehmen. „Diese Niederlage zeigt, dass Fußball brutal sein kann. Wir haben die Niederlage nicht verdient und stehen jetzt mir leeren Händen da. Jetzt haben wir nichts mehr zu verlieren“, sagte Coach Pavel Dotchev. Wie Münster zeigte auch der 1. FC Heidenheim Nerven, rettete aber gegen Borussia Dortmund II beim 2:2 wenigstens noch einen Punkt.

Von den Ausrutschern der Konkurrenz profitierte der VfL Osnabrück. Ein knapper 1:0-Heimerfolg gegen Wacker Burghausen reichte, um sich vorbei an Münster auf den Relegationsplatz zu schieben. (dpa)

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