30:30 gegen Göppingen : Füchse punkten in letzter Sekunde

Die Füchse Berlin sind gegen Göppingen noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen: Weil sie zum letzten Mittel greifen und Rechtsaußen Johannes Sellin schließlich zum 30:30 trifft.

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Sechs Sekunden vor dem Abpfiff griffen die Füchse zum letzten Mittel. Sie nahmen beim 29:30 gegen Frisch Auf Göppingen Silvio Heinevetter aus dem Tor, während sich Torsten Laen längst das blaue Trikot als siebter Feldspieler übergestreift hatte. Wenigstens das Unentschieden wollten die Berliner noch retten, nach einem Spiel, in dem so unglaublich viel gegen sie gelaufen war. Und in letzter Sekunde hatten sie tatsächlich Erfolg damit. Rechtsaußen Johannes Sellin bekam den Ball, sprang in den Kreis und traf sicher zum 30:30. Die 8632 Zuschauer in der Schmeling-Halle jubelten, feierten den gerade in die Nationalmannschaft berufenen Torschützen, als wäre den Füchsen ein ganz großer Erfolg gelungen. Dabei war es Schadensbegrenzung, und da zum selben Zeitpunkt der Meister aus Hamburg in Hüttenberg ebenfalls überraschend nur ein 26:26-Remis schaffte, der Erhalt des zweiten Platzes in der Handball-Bundesliga. „Die Zuschauer haben für ihr Geld wenigstens Spannung bekommen“, sagte Füchse-Trainer, kritisierte dann aber auch: „Wir waren vom Kopf her etwas emotionslos.“

Revanche wollten die Füchse für die Zwei-Tore-Niederlage im September in Göppingen nehmen, das hatte sie sich fest vorgenommen. Aber umsetzen konnten sie dieses ambitionierte Vorhaben nie in dem Maße, dass sie den Gegner in Zugzwang brachten. Dafür gab es zu viele Fehler in Abwehr und Angriff, wurden vier Siebenmeter vergeben und es gab auf den einzelnen Positionen einen zu großen Leistungsunterschied. Göppingens Trainer Velimir Petkovic hatte im Vorfeld „mit etwas müden Füchsen gerechnet“, aber auch damit, dass der Gegner „nicht so breit aufgestellt“ ist. Dennoch hielten die Füchse das Spiel bis zum 14:15 zum Halbzeitpfiff offen, weil vor allem Ivan Nincevic, Bartlomiej Jaszka und Sven-Sören Christophersen den Rückstand höchstens auf zwei Treffer ansteigen ließen. Insbesondere von der rechten Seite und vom Kreis fehlte es an Gefahr. Die Akzente aus dem Rückraum setzten aber die Göppinger, allen voran Momir Rnic und Pavel Horak. „Die haben wir nicht in den Griff bekommen“, kritisierte Sigurdsson.

Auch in der zweiten Halbzeit nicht, als es auch deswegen in der 40. Minute 18:23 stand. Aber es wären nicht die Füchse gewesen, wenn sie sich bei dieser miesen Lage aufgegeben hätten. Charakter hat dieses Team schon vielfach bewiesen, auch diesmal versuchte die Mannschaft mit unbändigem Kampfgeist das schier Unmögliche, noch möglich zu machen. Nincevic erhöhte sein Torekonto auf zehn Treffer, Christophersen auf sechs und Sellin auf fünf. So war plötzlich sogar der ersehnte Erfolg in Reichweite. Aber Göppingen hielt dagegen, führte sogar wieder 30:28 und setzte sich dennoch nicht durch. „Vorher wäre ich mit einem Unentschieden zufrieden gewesen, aber dass wir den Sieg in letzter Sekunde verloren haben, das enttäuscht mich dann doch“, sagte Petkovic schließlich, während die Füchse Johannes Sellin noch eine Weile feierten.

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