3000 Meter Hindernis : Spanierin holt Gold - Deutsche auf Rang neun

Die deutsche Hindernisläuferin Antje Möldner verpasste die Medaille, lief aber einen neuen deutschen Rekord.

Die deutsche Hindernisläuferin Antje Möldner hat am Montag die erste Medaille einer deutschen Hindernis-Läuferin bei Leichtathletik- Weltmeisterschaften seit 18 Jahren deutlich verpasst. Die 25-jährige Potsdamerin, die mit der zweitbesten Vorlaufzeit in das Finale über 3000 Meter Hindernis eingezogen war, stellte aber in 9:18,54 Minuten erneut einen deutschen Rekord auf. Den Titel erkämpfte im Zielspurt die Spanierin Marta Dominguez in Weltjahresbestzeit von 9:07,32 Minuten. Zweite wurde Julija Sarudnewa aus Russland mit 9:08,39. Bronze ging an Milcah Chemos Cheywa aus Kenia (9:08,57). Weltrekordlerin Gulnara Galkina aus Russland wurde nur Vierte.

Mit ihrem vierten Platz war Antje Möldner mehr als zufrieden. „Über den deutschen Rekord bin ich sehr glücklich“, meinte sie vor den TV-Kameras, während auf der Tribüne die Trainer nach dem Blick auf die Stoppuhr jubelten. Zwei Tage nach ihrem starken Vorlauf, in dem sie ihre nationale Bestmarke bereits um fast sechs Sekunden gedrückt hatte, lief die deutsche Meisterin in 9:18,54 Minuten noch einmal drei Sekunden schneller. Im erst neunten Hindernis-Rennen seit ihrem Umstieg von der 1500- Meter-Flachstrecke am 31. Mai 2008 hielt sie sich von Anfang mehr am Ende des Feldes auf. „Am Anfang fand ich es ein bisschen schnell, deswegen habe ich mich zurückgehalten. Ich fühlte mich anfangs recht schlapp“, gestand sie ein und hatte am Ende genug Power für ihren angekündigten fünften deutschen Rekord. „Das war das Maximum. Mehr ging nicht“, sagte sie.

„Die Stimmung war genial, die Leute haben mich über die Hindernisse getragen“, meinte Antje Möldner, der die Leichtathletik- Gene praktisch in die Wiege gelegt worden sind. Sie stammt aus aus einer Familie, bei der alle irgendwie mit der Sportart verbandelt sind: Ihr Vater war Geher, ihre Schwester Silke und ihre Zwillingsschwester Berit bevorzugten die Mittelstrecken, ihr Bruder Olaf war schon 1989 Dritter der DDR-Meisterschaften im 20 Kilometer Gehen. Zum WM-Auftakt hatte sich die nur 52 Kilo schwere Läuferin vom SC  Potsdamerin im Vorlauf mit ihrem Rekord von 9:21,73 zwischenzeitlich an die siebte Stelle der Weltjahresbestenliste geschoben. „Die Schuhe von Peking haben mir Glück gebracht“, hatte sie danach gesagt. Auch bei Olympia war sie deutschen Rekord gelaufen, hatte aber das Finale knapp verpasst. (dpa)


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