• 31:31 gegen Chambery: EHF-Cup: Füchse Berlin bangen um Einzug in die Gruppenphase

31:31 gegen Chambery : EHF-Cup: Füchse Berlin bangen um Einzug in die Gruppenphase

Gegen das französische Spitzenteam Chambery spielen die Füchse Berlin im EHF-Cup daheim nur unentschieden - und müssen jetzt im Rückspiel gewinnen.

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Schmerzhafte Angelegenheit. Petar Nenadic (r.) war wieder einmal bester Torschütze der Füchse. Dafür musste der Serbe aber auch viel einstecken - wie in dieser Szene.
Schmerzhafte Angelegenheit. Petar Nenadic (r.) war wieder einmal bester Torschütze der Füchse. Dafür musste der Serbe aber auch...Foto: Imago/Contrast

Die 2000 Zuschauer in der Großen Halle am Sportforum erhoben sich von ihren Sitzen und spendeten minutenlang Applaus. Das war der altehrwürdigen Lokalität angemessen, in der einst viele große Europapokalspiele ausgetragen wurden. Vor allem aber passte es zu dem, was die Abordnungen den Besuchern in Höhenschönhausen zuvor dargeboten hatten: Im Play-off-Hinspiel um die Qualifikation für die Gruppenphase des EHF-Pokals haben sich die Füchse Berlin und Chambery Savoie am Samstagnachmittag ein hochklassiges Match geliefert, das gut und gern auch als Viertel- oder Halbfinale des Wettbewerbs hätte durchgehen können.

"Wir waren nicht clever genug", sagte Rückraumspieler Tönnesen

Nach 60 äußerst umkämpften Minuten hatten die Franzosen allerdings das bessere Ende für sich: Nach dem 31:31 (16:15)-Remis müssen die Berliner vor dem Rückspiel am kommenden Samstag um die weitere Teilnahme an jenem Europapokal bangen, den sie im Mai gewonnen haben. „Wir waren nicht clever genug“, sagte Rückraumspieler Kent Robin Tönnesen, „jetzt wird es schwer.“ Chamberys Coach Ivica Obrvan merkte an, dass „beide Mannschaften dieses Spiel hätten gewinnen können, deshalb ist das Ergebnis am Ende auch gerecht.“

Die Berliner, bei denen Jesper Nielsen nach ausgestandener Gehirnerschütterung erstmals wieder in der Startformation stand, begannen zunächst äußerst zielstrebig. Die zahlreichen Bälle, die Torhüter Petr Stochl anfänglich parierte, wandelten sie vorn verlässlich in Tore um; nach einer knappen Viertelstunde betrug der Vorsprung der Füchse erstmalig vier Treffer (7:3). Die folgende Auszeit brachte Chambery aber wieder zurück in die Spur. Die Gäste aus Frankreich erbrachten den Nachweis, weshalb sie zu diesem frühen Zeitpunkt des EHF-Cups als der schwerstmögliche Gegner eingestuft worden waren und nutzten jeden noch so kleinen Fehler der Berliner aus. Vor allem gegen die schnellen Tempogegenstöße fiel den Berlinern nicht viel ein.

Die Partie war äußerst umkämpft und wogte hin und her

Nach der Pause schien die Begegnung dann endgültig zu kippen. Dank eines 4:0-Zwischenspurts übernahm Chambery nach einer Dreiviertelstunde erstmalig die Führung (23:22), aber diesmal konterten die Berliner mit einem Lauf. Als Rechtsaußen Willy Weyhrauch einen Konter zum zwischenzeitlichen 30:26 im Tor versenkte, erschien ein hübsches Polster für das Rückspiel greifbar. Der letzte Lauf in einem höchst abwechslungsreichen Spiel gehörte dann aber wieder Chambery, oder besser gesagt: Er gehörte Timothey N’Guessan. Der Rückraumspieler mit der Statur eines Rugby-Profis leistete sich, im Gegensatz zu Füchse-Torjäger Petar Nenadic, kaum einen Fehlversuch in der Schlussphase und traf 30 Sekunden vor dem Abpfiff zum Endstand. Mit zehn Toren hatte N’Guessan zwar zwei Treffer weniger erzielt als Nenadic, aber bei wesentlich höherer Effizienz.

„Vielleicht ist es sogar gut, dass wir nicht mit einem großen Polster nach Frankreich fahren“, sagte Füchse-Trainer Erlingur Richardsson, „wir wissen, dass wir gewinnen müssen.“ Oder nach alter Europapokal-Artihmetik ein Remis mit mehr als 31 Toren erzielen müssen – ein ehrgeiziges Ziel, gemessen an den Eindrücken vom Samstag.

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