31. Spieltag : Duisburg darf wieder hoffen

Neue Hoffnung im Abstiegskampf: Mit einem Tor in der Nachspielzeit gewinnt Duisburg gegen Leverkusen - und gibt die Rote Laterne an Hansa Rostock ab.

Morten Ritter[dpa]

Duisburg Mit dem ersten Sieg über Angstgegner Bayer 04 Leverkusen seit gut 26 Jahren hat der MSV Duisburg die Rote Laterne in der Fußball-Bundesliga abgegeben und neue Hoffnung im Kampf gegen den drohenden sechsten Abstieg geschöpft. "Das war ein Sieg für den Kopf", sagte MSV-Profi Tobias Willi. Zu verdanken hatten die Hausherren den 3:2 (2:1)-Erfolg in letzter Sekunde am Sonntagabend vor allem zwei Spielern: Doppelpack-Spezialist Manasseh Ishiaku sowie Vorbereiter und Vollstrecker Blagoy Georgiew, der in der Nachspielzeit den umjubelten Siegtreffer erzielte.

Zuvor hatte sein Teamkollege seinen dritten Doppelpack (14. Minute/36.) erzielt. Für den jeweiligen Ausgleich hatten vor 25.275 Zuschauern in der msv-Arena Lukas Sinkiewicz (18.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor und der kurz zuvor erst eingewechselte Tranquillo Barnetta (74.) gesorgt. Die seit November 1981 gegen Leverkusen erstmals siegreichen Duisburger kletterten am 31. Spieltag mit 29 Punkten auf den 16. Rang, an diesem Mittwoch müssen sie beim Tabellennachbarn 1. FC Nürnberg (28) antreten. "Ein Wahnsinnsspiel", meinte Willi: "Das müssen wir gewinnen. Vielleicht werden die anderen dann nervös."

Unruhe dürfte sich bei Bayer nach der fünften Auswärtsniederlage nacheinander bereits breitmachen. "Keine Frage, das wir jetzt eine schwere Kiste, direkt in den Uefa-Cup einzuziehen", konstatierte Nationalspieler und der Kapitän des Tabellensechsten (48.), Simon Rolfes.

Bayer mit Problemen

In der ersten Halbzeit zeichnete sich die späte, aber nicht völlig unverdiente Niederlage der Mannschaft von Michael Skibbe bereits ab. Auch ohne den verletzten Kapitän Ivica Grlic gingen nämlich die Gastgeber beherzt zur Sache. In der vierten Minute durften sie sich jedoch bei Schlussmann Tom Starke bedanken, der dem freistehenden Bayer-Angreifer Stefan Kießling den Ball von den Füßen spitzelte.

Allerdings wirkte Kießling - überraschend bot Skibbe Dmitry Bulykin und nicht Teofanis Gekas in der Startformation neben Kießling auf - nicht entschlossen genug. Symptomatisch für das gesamte Spiel der Leverkusener in der ersten Hälfte. Die ohne den an der Bandscheibe operierten Nationalspieler Bernd Schneider sowie Karim Haggui und anfangs auch Barnetta (beide Adduktorenprobleme) angetretenen Rheinländer wirkten zwar ballsicherer, über Defizite im Spielaufbau und Lücken in der Abwehr konnte das nicht hinwegtäuschen.

Georgiew lässt Duisburg jubeln

So wie vor bei den Gegentoren durch Ishiaku. Nachdem der Nigerianer zuerst noch aus 16 Metern nach einem abgewehrten Eckball getroffen hatte - der Ball wurde für Leverkusens Keeper René Adler unglücklich von Sascha Dum abgefälscht - stand der Afrikaner bei seinem zweiten Tor völlig frei. Per Kopf ließ er Adler keine Chance, in beiden Fällen leistete Georgiew die Vorarbeit. Auf der Gegenseite konnte Sinkiewicz ebenfalls ohne jede Gegenwehr per Kopf den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgen.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Leverkusen den Druck. Zuerst versuchte es Rolfes. Aus knapp 15 Metern zog er ab, MSV-Torwart Starke tauchte aber ab (53.). Nur eine Minute später war es Barbarez, dessen Kopfball den MSV-Kasten knapp verfehlte. Und Duisburg? Die Gastgeber wirkten nicht mehr so selbstsicher wie noch im ersten Abschnitt. Zumal Georgiew in der 59. Minute und Iulian Filipescu (69.) die Vorentscheidung verpassten. Die Strafe: der eingewechselte Barnetta traf ebenfalls per Kopf zum Ausgleich, nachdem zuvor Kießling an Starke gescheitert war. Für Freudentaumel unter den MSV-Fans sorgte dann aber doch noch der zuvor gescheiterte Georgiew.

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