32:32 gegen Großwallstadt : Versöhnung in letzter Sekunde

Die Füchse Berlin erreichen gegen Großwallstadt ein 32:32 – zum Schluss mit einem siebten Feldspieler.

Hartmut Moheit

Berlin - "Heute sind wir wieder bissig", kündigten die Füchse Berlin in ihrem Hallenmagazin zum Spiel gegen den TV Großwallstadt an. Das sollte eine Kampfansage sein, nachdem sich das Team zuletzt in Magdeburg noch mächtig blamiert hatte. "Das passiert uns definitiv nicht noch mal", sagte schließlich auch Trainer Jörn-Uwe Lommel, den eine weitere Niederlage in der Handball-Bundesliga mächtig unter Druck gebracht hätte. Doch vor 4891 Zuschauern in der heimischen Max-Schmeling-Halle zeigte sein Team Kampfgeist bis zur letzten Sekunde und konnte schließlich mit 32:32 (18:17) einen Teilerfolg erringen.

Dass auch ein Erfolg möglich gewesen wäre, die Chance zum dritten Heimsieg in dieser Saison nicht genutzt wurde, erwähnte Lommel erst später. "Nach dem Spielverlauf in der Schlussphase müssen wir mit dem Unentschieden zufrieden sein", sagte er, und auch Großwallstadts Trainer Michael Roth sprach von einem "gerechten Ausgang". Bis 16 Sekunden vor Schluss führten die Gäste noch mit 32:31, da scheiterte Konrad Wilczynski in freier Wurfposition am gegnerischen Torhüter. Die Füchse blieben am Ball, nahmen ihren Schlussmann Petr Stochl zugunsten eines siebten Feldspielers heraus, und Hany El Fakharany erkämpfte praktisch mit der letzten Aktion aus dem Spiel heraus einen Siebenmeter. Wieder trat Wilczynski an - und diesmal traf er zum vielumjubelten Ausgleich.

"Das war zwar versöhnend", sagte der Österreicher hinterher, der mit neun Traffern erfolgreichster Werfer der Füchse war, aber dennoch war er nicht richtig zufrieden. "Wir führen viermal mit zwei Toren, haben sogar fünf Minuten vor Schluss eine 6:4-Überzahl an Spielern, und nutzen diese Chance nicht." Wilczynski selbst scheiterte bei zwei von sieben Siebenmetern, und genau in dieser Überzahlphase war es Kjetil Strand (insgesamt acht Treffer), der Torwart Markus Rominger nicht bezwingen konnte. "Großwallstadt erwies sich als clevere Mannschaft, die jeden unserer Fehler sofort bestrafte", nannte Lommel als Grund, warum es nicht mit dem ersehnten Erfolg geklappt hatte. Roth sprach von einer 65-prozentigen Angriffsquote seines Teams, "mit der wir hocherhobenen Hauptes heimwärts fliegen können". Ausfälle beim TV Großwallstadt sah er nicht. Bei den Füchsen dagegen hatte Michal Kubisztal einen sehr misslungenen Auftritt, zu dem Lommel nur sagte: "Er hat auch mitgespielt." Für ihn kam schließlich über weiter Strecken der Franzose Christian Caillat, der mit seiner Kampfkraft und vier Treffern eine wichtige Stütze war.

Auch am Kreis wurde diesmal von Rico Göde ein viel besseres Spiel gezeigt als noch in Magdeburg. "Es wird langsam", sagte er selbst zu seinem Auftritt. Den ersten Treffer warf er, und auch das wichtige 18:17 kurz vor der Halbzeit. In der Deckung, die Lommel in der ersten Halbzeit umgestellt hatte, wirkte er ebenfalls beweglich und sicherer. In den nächsten Spielen in Hamburg, in Kiel und am 25. Oktober gegen Lemgo in der O2-World wird Göde beweisen müssen, dass er wirklich auf dem Weg nach oben. Gleiches gilt für die Füchse, die nun auch gegen die Favoriten bissig sein wollen.

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