Sport : 33 Tore in 29 Spielen

Christoph Gawlik, das größte Talent im deutschen Eishockey, wechselt aus Mannheim zu den Eisbären – und bringt Torhüter Yuri Ziffzer gleich mit

Steffen Hudemann

Berlin - Im März dieses Jahres traf Christoph Gawlik noch gegen die Berliner Eisbären. In den Halbfinalspielen der Play-offs um die Meisterschaft in der Deutschen-Nachwuchs-Liga (DNL) gewannen seine Mannheimer Adler 8:1 und 6:1 gegen die Berliner. Vier Tore erzielte dabei der erst 16-jährige Christoph Gawlik.

Der 1,73 Meter große Stürmer ist das größte Talent im deutschen Eishockey. Gestern gab der EHC Eisbären die Verpflichtung des Stürmers bekannt. Gemeinsam mit Gawlik kommt der 17 Jahre alte Torwart Yuri Ziffzer nach Berlin. Auch er spielte zuletzt bei den Mannheimer Adlern, mit deren Nachwuchsteam Gawlik und Ziffzer die deutsche Meisterschaft gewannen. Gawlik erzielte dabei in 29 Spielen 33 Tore. Und Ziffzer wurde bei der Weltmeisterschaft der unter 18-Jährigen zum besten Torhüter des Turniers gewählt. Außerdem ist er als einer von 13 europäischen Torhütern für den diesjährigen Draft nominiert, die Talentziehung in der nordamerikanischen Profiliga NHL. „Wir haben diese beiden Spieler in den vergangenen Jahren häufiger bei Mannheim in der DNL gesehen. Sie haben dort gezeigt, was sie können“, sagt Eisbären-Manager Peter-John Lee. Beide Talente standen deshalb ganz oben auf der Wunschliste von Lee und Trainer Pierre Pagé. „Wir sind immer bemüht, die besten deutschen Spieler zu uns zu holen. Diese zwei gehören auf jeden Fall dazu“, sagt Lee.

Zwar werden Gawlik und Ziffzer als Förderlizenzspieler auch in der Nachwuchs- und der Oberligamannschaft eingesetzt werden, um möglichst viel Spielpraxis zu sammeln. Sie werden aber auch zu Einsätzen in der DEL kommen. Der in Singapur geborene Ziffzer wird einer der Förderlizenzspieler sein, die sich die Rolle des zweiten Torhüters hinter Oliver Jonas im DEL-Team teilen werden.

Besonders Gawlik ist aber bereits in seinem ersten Jahr der Durchbruch im Profiteam der zuzutrauen. Bereits in der vergangenen Saison kam er zu zwei DEL-Einsätzen für die Mannheimer Adler. Bei Eisbären-Trainer Pagé dürfte sich die Zahl seiner DEL-Spiele bald erhöhen. Der Kanadier ist dafür bekannt, dass er jungen Spielern eine Chance gibt. Das dürfte den Wechsel für den Nachwuchsspieler besonders attraktiv gemacht haben. „Wenn er seine Sache gut macht, wird er sicher in der DEL zum Einsatz kommen“, bestätigt auch Lee.

Gawliks Talent dürfte ähnlich groß sein wie das von Marco Sturm. Sturm machte 1996 im Alter von 17 Jahren sein erstes Spiel in der DEL für Landshut und erzielte in seiner ersten Saison 36 Scorerpunkte in 58 Spielen. Als 18-Jähriger trug er zum ersten Mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft und wechselte ein Jahr später zu den San José Sharks in die nordamerikanische Profiliga NHL. Über seinen Wechsel sagte Sturm damals: „Bei den Sharks bin ich in guten Händen. Die setzen auf junge Leute.“ Eine Aussage, die auch auf die Berliner Eisbären zutrifft.

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