38:24 gegen Saudi-Arabien : Deutsche Handballer vorzeitig im WM-Achtelfinale

Lockere Pflichtübung für die deutsche Mannschaft: Gegen Außenseiter Saudi-Arabien gelingt im dritten Spiel der Handball-WM der dritte Sieg.

Nicht zu halten. Julius Kühn hatte mit dem deutschen Team wenig Mühe mit Außenseiter Saudi-Arabien.
Nicht zu halten. Julius Kühn hatte mit dem deutschen Team wenig Mühe mit Außenseiter Saudi-Arabien.Foto: dpa

Trotz einer teilweise schlampigen Abwehrleistung sind die deutschen Handballer im Schongang ins WM-Achtelfinale spaziert. Mit dem mühelosen 38:24 (21:13) gegen Saudi-Arabien erreichte der Europameister am Dienstag vorzeitig die K.o.-Runde und übernahm in der Gruppe C wieder die Tabellenführung. Nächster Gegner ist an diesem Mittwoch (17.45 Uhr) Weißrussland, ehe es am Freitag gegen den punktgleichen EM-Dritten Kroatien um den Gruppensieg geht.

Vor 3700 Zuschauern in Rouen waren Steffen Fäth mit sechs Toren sowie Kai Häfner und Julius Kühn (beide 5) die besten Werfer für die DHB-Auswahl, die in der Defensive ungewohnte Schwächen offenbarte und auch im Angriff einiges liegen ließ. Der Schlendrian verhinderte ein ähnliches Schützenfest wie am vergangenen Sonntag beim 35:14 gegen Chile.

Wie erwartet rückte Silvio Heinevetter, der nach seiner überragenden Leistung beim Auftaktsieg gegen Ungarn im zweiten Turnierspiel eine Verschnaufpause erhalten hatte, wieder zwischen die Pfosten. Der Berliner Keeper erlebte jedoch eine frustrierende Partie. Gleich die ersten drei Würfe der Saudis musste der 32-Jährige passieren lassen, und auch im weiteren Spielverlauf bekam er kaum einen Ball zu fassen.

Das lag aber auch daran, dass die vorne von Beginn an auftrumpfenden Kollegen hinten die Zügel arg locker ließen. Der Außenseiter nutzte die Lücken immer wieder zu leichten Toren. Nach gut 20 Minuten war dann Schluss für Heinevetter, der bis dahin nur zwei von elf Würfen pariert hatte.

Steffen Fäth war mit sechs Toren erfolgreichster deutscher Werfer

Sigurdsson brachte EM-Held Andreas Wolff, doch auch der Kieler konnte die Fehler seiner Vorderleute oft nicht mehr ausbügeln. Angesichts der ungewohnten Schwächen platzte Wolff kurz vor der Pause der Kragen - laut motzend forderte er seine Mitspieler zu mehr Konzentration auf. Kurz vor Schluss humpelte er dann angeschlagen vom Parkett.

In Gefahr geriet der Europameister, der den Ausfall des verletzten Paul Drux locker verschmerzen konnte, dennoch in keiner Phase der einseitigen Partie. „Wir sind vom Papier her klar besser. Deswegen ist ein Sieg natürlich Pflicht, und wir werden das auch gewinnen“, hatte Sigurdsson schon vor dem Spiel verkündet.

Der Isländer sollte Recht behalten, auch wenn sich seine Schützlinge angesichts des Klassenunterschiedes schwer taten, die Konzentration hoch zu halten. Immerhin ging Deutschland offensiv mit viel Spielfreude zu Werke und hebelten die Abwehr der Saudis mit gelungenen Kombinationen ein ums andere Mal aus.

Nach dem Wechsel schonte Sigurdsson einige Stammkräfte wie Kapitän Uwe Gensheimer, der wieder alle Siebenmeter sicher verwandelte, und Patrick Groetzki. Der Vorsprung des DHB-Teams wuchs dennoch stetig an, was der Bundestrainer an der Seitenlinie mit teilweise regungsloser Miene zur Kenntnis nahm. Auch Sigurdsson weiß: Das Turnier geht für seine Mannschaft erst am Freitag so richtig los.

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Handballer im WM-Achtelfinale: Erstes Etappenziel erreicht
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