4:1 gegen Schalke : Nürnbergs furioser Befreiungsschlag

Schalke 04 hätte noch einmal dicht an den Zweiten Platz heranrücken können - stattdessen setzte es eine deftige Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg. Der Club kann sich damit von der Abstiegsregion absetzen.

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Allen Grund zum Lachen hatte Nürnbergs Youngster Daniel Didavi, der mit zwei Treffern zum Sieg seiner Mannschaft beitrug.
Allen Grund zum Lachen hatte Nürnbergs Youngster Daniel Didavi, der mit zwei Treffern zum Sieg seiner Mannschaft beitrug.Foto: dapd

Dieter Hecking wollte seinen Spielern nah sein. Bis zum Abpfiff ging der Trainer des 1. FC Nürnberg immer wieder an den Spielfeldrand, um Anweisungen auf den Platz rufen zu können. Hecking schien bis zum Ende der 90 Minuten zu zittern, dabei wäre das gar nicht nötig gewesen, seine Mannschaft sollte die Partie letztlich hochverdient mit 4:1 (3:0) gegen den FC Schalke 04 gewinnen. Mit diesem Erfolg haben die Franken den Abstiegskampf mit nun 35 Punkten so gut wie hinter sich gelassen. Und die Schalker? Die waren bis auf die Anfangsphase von allen guten Geistern verlassen und büßten leichtfertig einen Punkt auf den Tabellenvierten Borussia Mönchengladbach ein.

Es war eine völlig verunglückte Flanke, die den Nürnbergern plötzlich Mut einhauchte.15 Minuten hatten die Franken ängstlich und ungewöhnlich nervös agiert und den Schalkern das Feld überlassen. Die Mannschaft von Huub Stevens hatte sich dann auch ganz gemächlich eine gute Möglichkeit durch Lewis Holtby herausgespielt. Der Fehlschuss schien aber keine größeren Auswirkungen zu haben, die Überlegenheit der Schalker war einfach zu groß. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die nächste Torchance kommen sollte. Doch dann flankte Robert Mak nach einem Konter völlig unmotiviert über das Feld. Und das Spiel drehte sich vollständig, weil die Gastgeber plötzlich merkten, dass derlei übergroße Ehrfurcht vor dem Gegner nicht gerechtfertigt ist. Was dann passierte, hätte sich wohl kein Schalker nach den guten Eindrücken der Partien in den Vorwochen vorstellen können. Die Mannschaft verlor vollständig den Faden und gab das Spiel beinahe ohne Gegenwehr aus der Hand.

Den Beginn des Nürnberger Torrausches machte Hanno Balitsch, der nach 25 Minuten per Kopf die Führung nach einem Freistoß erzielte. Ähnlich indisponiert zeigte sich die Schalker Defensive auch vor dem zweiten Nürnberger Treffer elf Minuten später. Kyriakos Papadopoulos brachte Mike Frantz unbeholfen im Strafraum zu Fall, Timmy Simons traf per berechtigtem Elfmeter zum 2:0. Doch damit waren die Nürnberger noch nicht zufrieden. Mit dem Pausenpfiff erzielte Daniel Didavi nach einer wundervollen Flanke von Timothy Chandler das 3:0 und krönte damit die wohl besten 30 Minuten der Nürnberger der Saison. In der zweiten Hälfte versuchte Huub Stevens durch die Hereinnahme von Teemu Pukki und Jefferson Farfan noch ein wenig mehr Offensivgeist zu entwickeln. Doch nur noch eine ernst zu nehmende Tormöglichkeit konnten sich die Schalker während der 45 Minuten herausspielen. Holtby traf fünf Minuten vor dem Ende zum 3:1. Das konnten die Nürnberger nicht auf sich sitzen lassen und Didavi verwandelte drei Minuten vor dem Ende einen Freistoß aus 30 Metern Torentfernung zum 4:1-Endstand.

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