4:1-Sieg zum Auftakt : Hoffenheim vorn, Bremen ganz hinten

Auch ohne den Brasilianer Carlos Eduardo, der den Klub verlassen wird, glänzt Hoffenheim beim 4:1 gegen Bremen. Der Champions-League-Kandidat ist damit Letzter der Bundesliga. Hoffenheim führt die Tabelle an.

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Obenauf. Die Hoffenheimer Spieler bejubeln die Tabellenführung.
Obenauf. Die Hoffenheimer Spieler bejubeln die Tabellenführung.Foto: dpa

Um das nächste Ziel von Carlos Eduardo machte Ralf Rangnick nach dem 4:1 (4:1) über Werder Bremen noch ein Geheimnis. Dass der 23 Jahre alte Brasilianer die TSG Hoffenheim verlässt aber bestätigte der Cheftrainer. „Die beiden Vereine sind sich einig, es geht nur noch um Formalitäten“, sagte Rangnick. Gerüchteweise soll es sich bei Eduardos neuem Klub um den Russischen Meister Rubin Kasan handeln. Dort spielt der frühere Wolfsburger Obafemi Martins, den Kasan für neun Millionen gekauft hat. Bei Carlos Eduardo, der noch einen Vertrag bis 2013 bei den Hoffenheimern besaß, soll die Ablöse zwischen zwölf und sechzehn Millionen Euro liegen.

Wenn die TSG beweisen wollte, wie es nach dem Weggang Eduardos weitergehen soll, dann ist das eindrucksvoll gelungen. „Wir haben heute gezeigt, dass es ohne ihn geht“, sagte Rangnick. Beim Sieg über müde und kraftlos wirkende Bremer bestaunte der Südamerikaner den Galaauftritt seines ehemaligen Klubs von der Tribüne aus. Warum sollte er noch mitmachen dürfen, wenn er sowieso geht? Der Abschied fällt weder Hoffenheim noch Carlos Eduardo schwer. Der klagte über Hoffenheimer Mittelmaß, auf der anderen Seite häuften sich Berichte über mangelnden Trainingsfleiß des brasilianischen Nationalspielers. Rangnick verliert zwar ein Ausnahmetalent, kann die Millionen jetzt aber für Transfers nutzen. Neben Sebastian Rudy (VfB Stuttgart) stehen Ilkay Gündogan (1. FC Nürnberg) sowie der Berliner Ramos auf der Wunschliste.

Ohne Eduardo geriet Hoffenheim in der dritten Minute in Rückstand. Nach einem Handspiel von Luiz Gustavo verwandelte Torsten Frings den folgenden Elfmeter zum 1:0 für Werder. Doch die Hoffenheimer erholten sich schnell, während die Bremer sich in ihrem ersten Bundesligaspiel ohne Mesut Özil, der in dieser Woche zu Real Madrid gewechselt war, von Minute zu Minute schwerer taten. Drei Tage nach dem Hinspiel der Qualifikation zur Champions League gegen Sampdoria Genua ließen sich die Bremer regelrecht vorführen. „Wir sind sehr enttäuscht“, sagte Werders Trainer Thomas Schaaf. „Man darf so ein Spiel nicht nach einer guten Situation aus der Hand geben. Am Dienstag im zweiten Qualifikationsspiel gegen Genua müssen und werden wir uns anders präsentieren.“

Nach dem Ausgleich durch Demba Ba erlebten die Bremer in den zehn Minuten vor der Pause ein Debakel. Peniel Mlapa, Neuverpflichtung von 1860 München, brachte die Hoffenheimer 2:1 in Führung, kurz darauf erhöhte Vedad Ibisevic auf 3:1, ehe Sejad Salihovic mit einem Freistoß zum Pausen- und späteren Endstand traf. „Wir haben schlecht gespielt und hatten keine Präsenz auf dem Spielfeld“, stellte Schaaf fest.

Zur Pause nahm Bremens Trainer Aaron Hunt vom Platz und brachte Nationalspieler Marko Marin. Das Bremer Spiel stabilisierte sich zwar, was jedoch auch an der defensiveren Ausrichtung Hoffenheims lag. Die Bremer aber entwickelten zu wenig Druck, um dem Spiel noch eine Wende zu geben.

Sowohl Thomas Schaaf als auch Werders Manager Klaus Allofs kündigten nach dem 1:4 weitere Transfers an. Nach der Niederlage gegen Hoffenheim würde sich ein Abwehrspieler anbieten.

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