4:2 im vierten Spiel gegen Straubing : Eisbären ziehen ins Finale ein

Die Eisbären stehen erneut im Finale um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft. In Spiel vier gegen Straubing sah es zwischenzeitlich nicht gut aus, am Ende hatten die Berliner aber die größeren Kraftreserven.

Tobias Welck
Geschafft: Die Eisbären setzen sich in der Playoff-Halbfinalserie der DEL gegen Straubing durch. Foto: dpa
Geschafft: Die Eisbären setzen sich in der Playoff-Halbfinalserie der DEL gegen Straubing durch.Foto: dpa

Lange war der Paradeblock der Eisbären im Halbfinale gegen Straubing kein Faktor. Aber in Spiel vier schoss das Trio Tallackson, Olver, Busch den Meister praktisch im Alleingang erneut ins Finale. Alle vier Treffer beim 4:2-Sieg gingen auf das Konto dieser Drei, womit sie im Hexenkessel in Straubing zum Matchwinner wurden. Hart, schlau, einfach - diese Devise von Trainer Don Jackson setzten die Eisbären Berlin im vierten Halbfinale am Mittwoch abend in Straubing zunächst nur zu Beginn perfekt um. Aggressiv in den Zweikämpfen ließ man dem Gegner wenig Luft, riskierte nicht zu viel und schlug nach 5 Minuten effektiv und eiskalt nach einem Fehler in der Straubinger Abwehr zu. "Bum-Bum-Tallackson" machte seinem Namen endlich einmal in dieser Serie alle Ehre.

Danach kontrollierten die Eisbären eigentlich das Spiel gegen hypernervöse Gastgeber, aber eine Einzelaktion von Kapitän Michael Bakos brachte den Außenseiter ins Spiel zurück. Mit einem Handgelenkschlenzer über die Schulter von Torhüter Rob Zepp sorgte er für den Ausgleich. Im Mitteldrittel wurde das Match emotional, doch davon profitierten nur die Gastgeber mit ihrem fanatischen Publikum, während die Jackson-Truppe völlig ihre Linie verlor. Erst konnten die Eisbären ein Fünf-gegen-Drei nicht nutzen, dann spielte Straubing die Eisbären bei angezeigter Strafe über eine Minute lang schwindlig, bis schlussendlich Sebastian Osterloh die Straubinger Führung gelang. Die Eisbären hatten nun gegen kampfstarke Gastgeber, die sich mit viel Emotion und Leidenschaft ins Spiel gekämpft hatten, endgültig ihre spielerische Linie verloren. Wie sehr der Spielverlauf an den Nerven des Meisters gezehrt hatte, zeigte eine Schimpforgie von Frank Hördler, für die er eine Disziplinarstrafe aufgebrummt bekam. Berlin war zwar optisch überlegen, aber Straubings Torhüter Barry Brust steigerte sich von Minute zu Minute und begeisterte das Publikum mit spektakulären Paraden. Doch gegen Barry Tallackson war auch Straubings Torhüter an diesem Abend machtlos. Mit seinem Handgelenksschuss überraschte er Brust in der 46. Minute ein zweites Mal.

Die Eisbären hatten in der Drittelpause offensichtlich einen kühlen Kopf zurückgewonnen, spielten nun wieder deutlich kontrollierter und fanden ihre Linie. Es war nun mehr und mehr klar: Das nächste Tor würde diese Partie entscheiden. Und die Eisbären schienen die größeren Kraftreserven zu haben, drängten vehement auf den Führungstreffer und wurden in der 54. Minute belohnt. Nachdem Straubings Keeper einen Schuss nicht festhalten konnte, traf Darin Olver im Nachschuss zum 3:2. Das reichte, wil kurz vor dem Ende Rob Zepp spektakulär gegen Laurent Meunier rettete und Sekunden vor dem Ende Florian Busch zum 4:2 traf. Nach diesem Treffer rastete Straubings Keeper aus und streckte Busch mit einem Stockschlag an den Kopf nieder, wofür er eine Matchstrafe erhielt.


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