4:3 in Wolfsburg : Eisbären sind neuer Tabellenführer

Durch einen 4:3-Erfolg in Wolfsburg erobern die Berliner am fünften Spieltag die Tabellenspitze in der DEL. Die Kölner Haie können die Berliner allerdings am Freitag mit einem Sieg gegen die Düsseldorfer EG überholen.

Claus Vetter[Wolfsburg]

Am Donnerstag war die erste Partie des fünften Spieltages in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Für die Konkurrenz der Eisbären könnte schon mit diesem Tag ein harter Kampf um den ersten Hauptrunden-Platz begonnen haben – wenn die Berliner weiter so auftreten, wie zumindest zwei Drittel lang bei ihrem 4:3 (2:0, 1:1, 1:2)-Erfolg beim EHC Wolfsburg. Für die Niedersachsen, mit Ambitionen und zwei Siegen aus drei Spielen in die Saison gestartet, war der neue Tabellenführer aus Berlin jedenfalls ein Gegner aus einer anderen Klasse.

Drei Berliner Tore, drei Geschichten: Gut zwei Minuten waren gespielt, da brachte Marvin Degon die Berliner mit einem strammen Schuss von der blauen Linie in Führung. Es war das erste Tor des für seinen neuen Arbeitgeber – ausgerechnet erzielt gegen seinen alten Arbeitgeber. Treffer Nummer zwei gehörte Steve Walker. Es war sein fünftes Tor im fünften Spiel hintereinander, eine erstaunliche Bilanz. Eher glücklich kam dagegen das 3:0 für die Eisbären durch Chris Hahn im zweiten Drittel zustande. Nach Vorarbeit von Sven Felski konnte Hahn sein erstes Tor überhaupt für die Eisbären erzielen, mit einem Schuss ins leere Tor.

So interessant dies aus Sicht der Eisbären auch gewesen sein mag, so deprimierend war die Berliner Dominanz für die knapp 3000 Wolfsburger Zuschauer, die mucksmäuschenstill auf ihren knalligen orangefarbenen Schalensitzen verharrten. Die Eisbären waren in jeder Hinsicht überlegen, wobei sie ihre Überlegenheit durch Überheblichkeit dann im zweiten Drittel aufweichten. Nur weil die Berliner Profis oft einen Kringel zu viel auf das Eis zauberten, konnten die Wolfsburger den Puck in das Tor von Rob Zepp schummeln. John Laliberte hieß der Torschütze. Die Berliner hatten einige Minuten nicht so gespielt, wie sie können. Dann aber gab es Tor und Geschichte Nummer vier für die Eisbären: Mit einem herrlichen Fernschuss ins rechte obere Eck gelang Travis James Mulock sein erstes Tor in der DEL überhaupt.

Weil Wolfsburg am Ende noch Treffern durch David Sulkovsky und Sebastian Furchner kam, wurde es spannender als nötig und so fiel der Berliner Sieg auch zu knapp aus - mehr ließ sich den Eisbären in Wolfsburg nicht vorwerfen. So sah es auch Don Jackson. "Aus meiner Perspektive haben wir eine sehr gute Leistung gezeigt, da gibt es nichts zu kritisieren", sagte der Berliner Trainer. Und eine Kleinigkeit wollte Jackson auch noch loswerden: "Für Marvin Degon freut es mich natürlich besonders, dass er nun sein erstes Tor für uns erzielt hat."

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