5:1-Sieg gegen die Straubing Tigers : Eisbären spielen wie in ihren besten Zeiten

Die Eisbären Berlin gewinnen das erste Ligaheimspiel der Saison gegen die Straubing Tigers deutlich mit 5:1 und erinnern mit der Art und Weise ihres Spiels an die erfolgreiche nahe Vergangenheit.

Starker Rückhalt. Torwart Vehanen.
Starker Rückhalt. Torwart Vehanen.Foto: Imago

Mit allen Gepflogenheiten bei den Eisbären kennt sich Petr Pohl natürlich noch nicht aus. Als er nach seinem ersten Heimspiel für die Berliner in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) im verschwitzten T-Shirt zu den Interviews kam, fragte der Tscheche schüchtern: „Muss ich jetzt nicht etwas anderes anziehen?“ Er musste nicht. Schließlich wird Pohl fürs Toreschießen bezahlt und nicht fürs adrett aussehen – schon gar nicht nach einem so intensiven Spiel wie gegen die Bayern. Und da hatte Pohl mit zwei Treffern beim 5:1 (2:0, 3:0, 0:1)-Sieg der Berliner seine Arbeit sehr gut erledigt.

Sprint, Pass, Abschluss – und Tor. Die Eisbären stürmten am Sonntag so wie in ihren besten Zeiten. Staunende Zuschauer auf dem Eis waren die Spieler der Straubing Tigers, hinter den Plexiglasbanden der Arena am Ostbahnhof wunderten sich 12.560 Zuschauer überwiegend hocherfreut ob der Vorstellung der Eisbären am zweiten Spieltag in der DEL. Sicher, das Endergebnis fiel für die Berliner sehr hoch aus. Aber in der vergangenen Saison hatten sie doch allzu oft trotz komfortabler Führung noch Wege gefunden, ein Spiel nach klarer Führung noch zu verlieren. Davon waren sie am Sonntag weit entfernt. Und das war schon imposant.
Dabei ist das, was die Eisbären in dieser Saison versuchen, ein großes Wagnis. Man stelle sich vor, eine Firma verzichtet nach einem miesen Geschäftsjahr auf neuen Impulse von außen. Sondern vertraut denselben Angestellten, die ein Jahr lang wenig Elan gezeigt haben, es im neuen Jahr besser zu machen. So nach dem Motto: Jetzt strengt euch mal mehr an, dann wird alles wieder gut. Bei den in der Vorsaison schon in den Pre-Play-offs gescheiterten Eisbären gehen sie nach dieser Maxime in die Saison, mit dem Tschechen Petr Pohl verstärkt lediglich ein einziger neuer Feldspieler das Team. Aber sie glauben eben bei den Berlinern daran, dass das vergangene Geschäftsjahr nur ein Betriebsunfall war und es die Spieler diesmal besser machen werden. Auf jeden Fall wird das spannend und die ersten beiden Spieltage lassen noch nicht so recht erahnen, wo die Reise hingehen wird.
Dem schwachen Auftritt am Freitag beim 1:4 in Augsburg ließen die Eisbären am Sonntag ein starkes Spiel folgen, in dem offensiv vieles sehr gut lief. Zwei Tore fielen im Powerplay, das 1:0 durch Julian Talbot nach elf Minuten und der vierte Berliner Treffer durch Laurin Braun im zweiten Drittel. Dazwischen trafen Darin Olver und Pohl – der Tscheche schoss auch das 5:0.

Etwas abenteuerlich war, dass die Eisbären im zweiten Saisonspiel nur zehn Stürmer aufbieten konnten. Mit Mark Bell (Augeninfektion) und Florian Busch (Schulterverletzung) fehlten zwei Stürmer. Spiele mit einem so schwachem Aufgebot können an die Substanz gehen. Tomlinson sah es anders: „Wir haben rotiert. Es hat gut funktioniert.“
Feststellen lässt sich, dass die Berliner mit Pohl keinen schlechten Spieler verpflichtet haben und dass sie auf der Torhüterposition den Abgang von Rob Zepp verkraften können, weil da nun mit Petri Vehanen ein Weltklassemann steht. Und nun kommt mit Antti Miettinen auch noch ein neuer Stürmer. Am Montag soll der 34 Jahre alte Finne, der 563 mal in der nordamerikanischen Profiliga NHL spielte und letzte Saison in Fribourg in der Schweiz stürmte, nach Informationen des Tagesspiegel einen Vertrag in Berlin unterschreiben.

Vielleicht sind Pohl, Vehanen und künftig auch Miettinen die Impulse, die die Eisbären gebraucht haben, damit ihr ansonsten unverändertes Geschäftsmodell zu alter Stärke zurückfindet.

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