5:4-Sieg für VfL Wolfsburg : Bas Dost ringt Bayer Leverkusen nieder

Der VfL Wolfsburg hat seine eindrucksvolle Bundesliga-Form in einem verrückten Spiel erneut unter Beweis gestellt und in Leverkusen gewonnen. Vierfacher Torschütze: Bas Dost.

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Das entscheidende Tor: Bas Dost kommt vor Bayer-Keeper Bernd Leno an den Ball und spitzelt ihn ins gegnerische Tor.
Das entscheidende Tor: Bas Dost kommt vor Bayer-Keeper Bernd Leno an den Ball und spitzelt ihn ins gegnerische Tor.Foto: rtr

Der Neu-Wolfsburger André Schürrle bekam Pfiffe zu hören, als er am Samstag mit dem VfL Wolfsburg bei Bayer Leverkusen ankam. Schürrle war von 2011 bis 2013 für Bayer 04 aktiv, hatte aber wegen seiner eigensinnigen Spielart nicht gerade die Herzen der Leverkusener Fans erobert. Die Anhänger der Chemie-Werkself waren jedoch bald mit anderen Dingen beschäftigt. Das Geschehen auf dem Platz zog sie vollständig in den Bann, denn sie sahen ein wechselhaftes, dramatisches Bundesliga-Spiel, in dem Leverkusen nach einer halben Stunde 0:3 zurücklag, auf 4:4 heran kam – und  am Ende eine 4:5 (0:3)-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg kassierte. Erst in der Nachspielzeit schoss Dost, passend zu dieser sehr aufregenden Partie, den Siegtreffer für die Gäste aus der VW-Stadt. Es war der insgesamt vierte Treffer des Niederländers.
Das Spiel war ein Drama in zwei Akten. Bayer spielte die schlechteste erste Halbzeit seit Menschengedenken. Nur während der ersten Minuten war Bemühen zu erkennen, die Räume eng zu machen, hart in die Zweikämpfe zu gehen. Der Widerstand verschwand danach aber völlig, so dass der VfL Wolfsburg, der gut strukturiert und mit Elan zur Sache ging, über weite Strecken freie Bahn hatte. Vor dem 1:0 in der sechsten Minute konnte Vieirinha auf der rechten Seite durchstarten und unbedrängt flanken. Bas Dost stand allein im Strafraum, Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos, der den gesperrten Ömer Toprak ersetzte, war meterweit von ihm entfern, so dass der Niederländer das Angriffswerk per Kopfball vollenden konnte.
Beim 2:0 kamen zwei Dinge zusammen. Zunächst rempelte Bayer-Profi Gonzalo Castro seinen Gegenspieler Maximilian Arnold ohne Not um. Es gab Freistoß aus etwa 30 Metern, Naldo  setzte den Ball ins linke untere Eck, da Torhüter Bernd Leno so freundlich war, die Kugel trotz freier Sicht passieren zu lassen (17.). Auch beim 3:0 waren die Bayer-Profis nur Statisten. Kevin de Bryune konnte von der linken Seite flanken, weil Roberto Hilbert ihn nicht daran hinderte. Dost stand am Fünfmeterraum und bugsierte  den Ball geschickt ins Tor (29.).

Der VfL Wolfsburg hätte vor der Pause zwei weitere Tore schießen können

Es war nicht so, dass Bayer in der ersten Halbzeit nichts für die Offensive tat. Karim Bellarabi, der aktivste Bayer-Profi, kam zu zwei, drei Chancen, war aber unglücklich im Abschluss. Wolfsburg hätte vor der Pause zwei weitere Tore schießen können, Schürrle scheiterte aber zweimal knapp. 

Leverkusens Trainer Roger Schmidt reagiert mit drei Wechseln. Julian Brandt kam nach der Pause für Hakan Calhanoglu, Simon Rolfes für Lars Bender und Josip Drmic für Stephan Kießling. Der zweite Akt des Drama begann damit, dass  Schiedsrichter Bastian Dankert einen ersten Treffer von Heung Min Son zum 1:3 gab (57.), obwohl dieser irregulär zu Stande gekommen war. Der Südkoreaner hatte VfL-Keeper Diego Benaglio den Ball quasi zum aus den Händen gespitzelt – Benaglio protestierte zu Recht heftig, aber ohne Erfolg. Danach geriet Bayer, angefeuert von den nun ebenfalls aufgewachten Fans, in einen Rausch.


Fünf Minuten später schlug Son wieder zu, er traf aus etwa 16 Metern, nachdem Benaglio aus dem Tor geeilt war. Als Dost wiederum eine Minute später sein dritter Treffer gelang, und es 2:4 stand, sah es so aus, als würde der VfL wieder zu sich finden. Ein Trugschluss, die Chemie-Elf setzte ihren Sturmlauf fort und kam durch Son (67.), der ebenfalls zum dritten Mal traf, und Bellarabi (72.) zum 4:4. Die Partie wurde nun zu einer offenen, hektischen Schlacht, in deren Verlauf Bayer-Verteidiger Emir Spahic Gelb-Rot sah (82.). In Überzahl verstärkte der VfL wieder die Offensive, und in der Nachspielzeit ließ Dost die Wolfsburger wieder jubeln.

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