5:4-Sieg gegen Düsseldorf : Missglückter Partnertausch

Don Jacksons Umbauarbeiten fruchten nicht: Nachdem ihr Trainer mit dem Spielerpersonal experimentiert hat, quälen sich die Eisbären Berlin sich zu einem 5:4-Sieg nach Penaltyschießen gegen den Tabellenletzten Düsseldorfer EG.

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Durcheinander vor dem Eisbären-Tor.
Durcheinander vor dem Eisbären-Tor.Foto: Matthias Kern

Als besonders kühn oder experimentierfreudig ist Don Jackson bislang nicht aufgefallen. Der Trainer setzte in seiner Karriere meist auf die sachlich bis konservative Eishockeykunst – und  feierte mit den Eisbären in den vergangenen Jahren so einen Titel und Erfolg nach dem anderen.  Nur in dieser Saison wollte es bislang noch nicht recht klappen mit konstant guten Auftritten seines Teams.  Also  wagte  Jackson  für seine Verhältnisse verdammt viel.  Zum Spiel gegen die Düsseldorfer EG baute der US-Amerikaner seine halbe Mannschaft um, und seine alten neuen Eisbären gewannen gerade so  5:4 (1:0, 1:2, 2:2/1:0) nach Penaltyschießen.

Vielleicht dachten die Berliner, dass sie sich am Freitag das personelle Experiment erlauben konnten, reiste der Gegner aus Düsseldorf doch als abgeschlagener Tabellenletzer an. Doch so einfach war es für die Berliner nicht. Nur bedingt organisiert und weitgehend kreativlos begannen sie vor  14.100 Zuschauern. „Wir haben versucht, sehr geradlinig zu spielen“, sagte ihr Verteidiger Frank Hördler.  Aber auch die vermeintliche Direktlinie brachte sie nur selten vor das gegnerische Tor.  Weniger der eigene Spielwitz als der Mangel an Alternativen brachte Constantin Braun in der 25. Minute dazu, einfach mal von der blauen Linie abzuziehen. Es war Brauns Glück, dass DEG-Torhüter Felix Blick der Puck irgendwie durch die Beine rutschte – und die Eisbären 1:0 in Führung gingen.

Indirekt am Überraschungstreffer beteiligt war die neu sortierte Reihe um Darin Olver und Barry Tallackson – ohne Florian Busch. Eineinhalb Jahre hatten die Drei zusammengespielt, nun schickte Trainer Jackson  Busch in eine hintere Reihe.  Busch, dem oft vorgeworfen wird, dass er sein Talent nie recht ausspielt hat, war das prominenteste Opfer  der Rochade. Und wie die anderen so brauchte auch er Zeit,  bis er sich an die neuen Eispartner gewöhnt hatte. Mit der Umbaumaßnahme wollte Jackson dem Team zu neuem Schwung verhelfen,  jetzt, da es langsam wirklich um etwas geht.

Immerhin trennten die auf Rang drei rangierenden Eisbären  vor dem  44. Spieltag lediglich sechs Punkte von Platz sieben, der nicht mehr zum direkten Einzug in die Play-offs berechtigt.  Gerade mit dem Schwung war es jedoch so eine Sache, denn auf einmal zeigte die DEG das Eishockey, das sich die Eisbären vorgenommen hatten.  Geradlinig – und erfolgreich. Binnen 105 Sekunden drehten die Gäste durch Colin Long und Carl Ridderwall, die beide vor dem Eisbären-Tor alleingelassen wurden,  die Partie.

Zwar glich Corey Locke noch im zweiten Abschnitt aus, doch Trainer Don Jackson hatte trotzdem genug gesehen und genug experimentiert.  Er rotierte zurück.  Busch durfte wieder nach vorne und steuerte prompt seinen Pass zur erneuten Berliner Führung zu. Dennoch schienen die Eisbären ob des Hin und Her jetzt komplett verwirrt. Anders ließ sich kaum erklären, dass sie nochmals zwei Tore kassierten.  Letztlich rettete ausgerechnet Busch die Gastgeber in die Verlängerung und ins anschließende Penaltyschießen, in dem schließlich Olver entscheidend für die Eisbären traf. Und seinen Coach wenigstens halbwegs zufrieden stellte.

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