6:0 gegen Bielefeld : Europa liegt bei Dortmund

Borussia Dortmund besiegt Bielefeld 6:0 und ist jetzt Fünfter. Für die Arminia wird es im Abstiegskampf jetzt ganz eng.

Felix Meininghaus[Dortm]

Ein Jahr ist es jetzt her, dass Jürgen Klopp seinen Dienst bei Borussia Dortmund angetreten hat. Als der 41-Jährige in dieser Woche über die jüngste Periode seines Trainerschaffens reflektierte, kam er zum Schluss, dass seine Erwartungen nicht nur erfüllt, „sondern übertroffen worden sind“. Diese Einschätzung dürfte auch der Vertragspartner so treffen. Der BVB gewann sein letztes Heimspiel dieser Saison vor 80 200 Zuschauern gegen Arminia Bielefeld mit 6:0 (1:0) und hat nun 58 Punkte.

Ganz nebenbei – und das ist im Ruhrgebiet von nicht unerheblicher Bedeutung – errangen die Dortmunder auch noch die inoffizielle Reviermeisterschaft. Zudem – und das ist von erheblich größerer Bedeutung – kletterte der BVB wieder auf Platz fünf, der zur Teilnahme an der neuen Europa League berechtigt. „Wir hoffen, dass wir nach dem letzten Spiel in Gladbach mit unseren Fans etwas Großes feiern können“, sagte Spielmacher Tamas Hajnal nach dem Abpfiff: „Das wollen wir uns nicht mehr aus der Hand nehmen lassen.“ Doch selbst wenn es nichts wird mit Europa, ist die Bilanz beeindruckend. Kein anderer Bundesligist außer dem BVB hat es in dieser Spielzeit geschafft, in Heimspielen ungeschlagen zu bleiben. Dagegen geht das Zitterspiel in Bielefeld weiter. Jonas Kamper hatte die Lage erkannt: „Jetzt geht es gegen Hannover um alles.“ Dabei könnte es durchaus geschehen, dass die Arminia eine Woche vor dem Saisonende noch den Trainer austauscht. Bielefelds Präsident Hans-Hermann Schwick mochte Michael Frontzeck keine Jobgarantie geben: „Wir werden erst mal eine Nacht darüber schlafen und dann eine Entscheidung treffen.“

Dabei hätte die Arminia ohne Weiteres ein positives Resultat mitnehmen können, ging jedoch in der ersten Hälfte mit ihren Chancen äußerst fahrlässig um. Nach einem katastrophalen Fehler von BVB-Kapitän Sebastian Kehl verfehlte Christopher Katongo das leere Dortmunder Tor ebenso wie später Robert Tesche bei seinem Schussversuch aus zehn Metern. Kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde auf der anderen Seite gejubelt. Nach einem Freistoß von Frei war Kehl mit dem Kopf schneller am Ball als Bielefelds Keeper Dennis Eilhoff mit den Fäusten und erzielte die Dortmunder Führung.

Dass ihn Eilhoff bei seiner missglückten Parade heftig am Kopf erwischte, konnte Kehl verschmerzen. Er hatte seine Mannschaft in Front gebracht, und jeder im Stadion wusste, dass dieser Vorsprung schmeichelhaft war. „Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt“, sagte Kamper, „aber wir haben das Tor nicht gemacht.“ Ein Umstand, der sich „wie ein roter Faden durch unsere Saison zieht“, wie Kirch betonte.

Doch nach dem Seitenwechsel kam es für die Arminia knüppeldick. Los ging es, als Hajnal nach schöner Ballpassage über Blaszczykowski und Valdez aus wenigen Metern zum 2:0 einschob. Von diesem Rückschlag erholte sich die Arminia nicht mehr. Als Valdez , Kehl, Tinga und Zidan die Tore Nummer drei bis sechs erzielten, war die Entscheidung längst gefallen. „Für diese zweite Halbzeit gibt es keine Entschuldigung“, sagte Frontzeck. Seine Mannschaft müsse nun „alle Energie in das letzte Spiel legen“. Ob er gegen Hannover noch als Trainer auf der Bank sitzt, erscheint allerdings fraglich.

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