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6:0-Sieg gegen Lettland : Job von Niederlande-Trainer Hiddink ist gerettet

Kantersieg statt Trainerrücktritt: Niederlande schlagen Lettland 6:0 und Guus Hiddink kann Nationalcoach bleiben. Tschechien stoppt mit 2:1 Islands Erfolgsserie, Italien und Kroatien spielen 1:1.

Welt lass dich umarmen: Wesley Sneijder (2.v.r.) und die Niederländer feiern das 6:0 gegen Lettland.
Welt lass dich umarmen: Wesley Sneijder (2.v.r.) und die Niederländer feiern das 6:0 gegen Lettland.Foto: AFP

Arjen Robben und seine Kollegen haben Guus Hiddink vorerst den Job als niederländischer Bondscoach gerettet. Nach zuletzt vier Pleiten in fünf Spielen durfte der Trainer-Veteran am Sonntag dank des 6:0 (3:0)-Befreiungsschlags gegen Lettland in der Qualifikation zur Fußball-EM aufatmen. Zuvor hatte Hiddink sein Schicksal mit dem Ausgang der Partie in Amsterdam verknüpft. Je zweimal Robben (35. Minute/82.) und Klaas-Jan Huntelaaar (42./89.) sowie Robin van Persie (6.) und Jeffrey Bruma (78.) schossen den Kantersieg heraus. Mit dem zweiten Erfolg im vierten Spiel nahm das Oranje-Team in der EM-Qualifikation wieder Kurs auf die EM 2016 in Frankreich.
Tabellenführer der Gruppe A bleiben die Tschechen, die mit etwas Mühe 2:1 (1:1) gegen die zuletzt dreimal siegreichen Isländer gewannen.
Endlich wieder ein Erfolgserlebnis gelang den Türken beim 3:1 (2:0) gegen Kasachstan. Allerdings kam es vor dem Spiel zu einem Eklat, als Nationaltorwart Volkan Demirel nach Pfiffen und Beschimpfungen durch Fans vom Platz gestürmt war und das Stadion verlassen hatte.

Perisic erzielte den Ausgleich der Kroaten in Italien

Die Partie zwischen Italien und Kroatien in Mailand war mehrfach unterbrochen, weil Zuschauer Feuerwerkskörper auf den Platz warfen. Am Ende kam der viermalige Weltmeister nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Die Kroaten, für die Wolfsburgs Ivan Perisic traf, liegen in Gruppe H weiter mit zehn Zählern vor den punktgleichen Italienern. Fast schon fest für die EURO buchen können dagegen die Engländer nach dem 3:1 gegen Slowenien. Für Wayne Rooney war der Abend in Wembley wie gemalt. Erst nahm Englands Kapitän aus den Händen von Sir Bobby Charlton eine goldene Kappe für sein 100. Länderspiel entgegen, dann führte er seine Three Lions zum Sieg. „Diese besondere Nacht werde ich nie vergessen“, sagte der 29-Jährige. Als die Slowenen die Party zum 100. zu verderben drohten, sorgten Rooney per Foulelfmeter und der zweimal erfolgreiche Danny Welbeck doch noch für den Heimerfolg.
Vier Siege zum Start in die EM-Qualifikation weist neben den Engländern nur noch das Überraschungsteam der Slowakei auf, das den nächsten deutschen Gegner Spanien mit seinem 2:0-Erfolg in Mazedonien weiter drei Punkte hinter sich ließ. Für Österreich rückt die zweite EM-Teilnahme nach 2008 mit dem wertvollen 1:0-Sieg gegen Russland ein großes Stück näher.

Angeführt von Real Madrids Jungstar Isco stimmte sich Europameister Spanien mit einem glanzlosen 3:0 in Huelva gegen Weißrussland auf das Duell mit Deutschland ein. Als „andalusisches Genie“ bezeichnete „Marca“ den 22-Jährigen, der seine Mannschaft mit einem Schuss in den Torwinkel in Führung brachte. Dennoch war Coach Vicente del Bosque nach dem Pflichtsieg nicht rundum zufrieden: „Wir haben zeitweise die Schönspielerei übertrieben.“ Für drei seiner Kollegen war das vierte Spiel in der Qualifikation auch schon das letzte. Griechenlands Coach Claudio Ranieri verlor nach der 0:1-Blamage gegen die Färöer ebenso seinen Job wie der Georgier Temur Ketsbaia, dessen Elf in der Deutschland-Gruppe mit 0:4 gegen Polen unterging. Der 67-jährige Dick Advocaat zog von sich aus einen Schlussstrich, nachdem seine Serben beim 1:3 gegen Dänemark ein „schreckliches Spiel“ abgeliefert hatte. In Russland werden nach dem 0:1 von Wien die Rufe nach einer Ablösung von Fabio Capello lauter.

Österreich liegt schon vier Punkte vorne

Österreich erspielte sich einen komfortablen Vorsprung auf die Konkurrenz. Dass Rivale Schweden trotz der frühen Führung durch Zlatan Ibrahimovic nicht über ein 1:1 in Montenegro hinauskam, machte den Abend im Ernst-Happel-Stadion perfekt für Austria. „Die Tabelle sieht sehr schön aus, aber das kann auch trügerisch sein“, sagte Trainer Marcel Koller angesichts des Vier-Punkte-Polsters an der Tabellenspitze. Matchwinner war einmal mehr Rubin Okotie vom Zweitligisten 1860 München, der den Österreichern schon beim 1:0 gegen Montenegro zu drei Punkten verholfen hatte.
Auch beim Nachbarn Schweiz zeigt die Formkurve nach oben. Unter der Regie des zweifachen Torschützen Xherdan Shaqiri gelang den unter Ottmar-Hitzfeld-Nachfolger Vladimir Petkovic schwach gestarteten Eidgenossen beim 4:0 über Litauen der fest eingeplante Sieg. Der Erfolg in St. Gallen ließ die Nati in Gruppe E auf Platz zwei hinter England klettern.
Im Schatten der Großen probten vier Fußball-Zwerge den Aufstand.
Liechtenstein gelang mit dem 1:0 in Moldawien der erste Auswärtssieg in einem Pflichtspiel seit zehn Jahren. San Marino beendete beim 0:0 gegen Estland seine seit 66 Spielen währende Niederlagenserie in Wettbewerbsspielen. Malta erkämpfte sich ein 1:1 in Bulgarien. Und die Färöer schockten Griechenland mit ihrem erst vierten, aber bisher größten Pflichtspielsieg auf fremdem Platz. Das 1:0 in Piräus hatte zudem Konsequenzen: Ranieri verlor seinen Posten. (dpa)

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