6:1 gegen Köln : Eisbären Berlin: Explosion der Spielfreude

Die Eisbären Berlin kombinieren gegen die Kölner Haie wie zu ihren besten Zeiten und gewinnen 6:1. Die Berliner sind nach nur drei Spielen unter Trainer Uwe Krupp kaum wieder zu erkennen.

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Klingelingeling. Marcel Noebels erzielte zwei Tore und bereitete ein weiteres vor.
Klingelingeling. Marcel Noebels erzielte zwei Tore und bereitete ein weiteres vor.Foto: Imago

Drei Wochen sind eine kurze Zeitspanne in einer langen Eishockeysaison. Normalerweise. Manchmal können drei Wochen aber auch den Anschein einer kleinen Ewigkeit erwecken. So wie bei den Eisbären. Einen Tag vor Heiligabend besiegten die Berliner die Kölner Haie vor 13 160 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof mit 6:1 (2:0, 3:0, 1:1). Es war der sechste Sieg in Folge für die Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), in der Tabelle bleibt der DEL-Rekordmeister damit Sechster.
Noch am Abend vor Nikolaus hatten die Berliner in einem trostlosen Spiel gegen denselben Gegner 2:3 nach Penaltyschießen verloren. Wie sich die Zeiten ändern. Damals hieß der Trainer noch Jeff Tomlinson, seine Mannschaft ackerte viel, aber neben der spielerischen Komponente fehlte ihr oft einfach das Glück. Die Zuschauer quittierten die rumpligen Auftritte ihrer Lieblinge auch schon mal mit Pfiffen. Am Dienstag, im erst dritten Spiel unter dem neuen Coach Uwe Krupp, wurden die Anhänger der Eisbären Zeuge einer kleinen Explosion der Spielfreude – passend zum traditionellen Weihnachtsfeuerwerk, das der Klub schon vor der Begegnung vor der Arena gezündet hatte.
Waren die Eisbären gegen das alte Team ihres Trainers einfach nur besonders motiviert? Oder greifen dessen taktische und motivierende Maßnahmen tatsächlich nach nur einer Woche bereits derart, dass die Berliner zu ihrer lange abhanden gekommenen Selbstverständlichkeit zurückgefunden haben? Gegen Köln jedenfalls funktionierte die Kombinationsmaschinerie der Eisbären von Beginn an wie zu besten Zeiten. Das 1:0 von Marcel Noebels in der vierten Minute entsprang einer ansehnlichen Direktpass-Folge. Auch das Powerplay verdiente endlich wieder seinen Namen, der Finne Antti Miettinen traf gleich im ersten Überzahlspiel des Abends zum 2:0.


„Wir sind nah dran am Gegner, stören früh und spielen mit Tempo“, sagte Jimmy Sharrow nach der ersten Drittelpause. Auf dem verdienten 2:0 nach 20 Minuten ruhten sich die Eisbären aber anders als zuletzt so häufig nicht aus, sondern zogen ihr Spiel weiter durch. Matt Foy erhöhte in der 21. Minute nach einem Alleingang auf 3:0. Die Kölner waren danach einigermaßen gefrustet, Moritz Müller lieferte sich eine Schlägerei mit Sharrow, später bandelte auch noch Maxime Sauvé mit Henry Haase an. Am Spielgeschehen änderte sich nichts. Barry Tallackson in Überzahl und erneut Marcel Noebels schraubten das Ergebnis nach dem zweiten Drittel auf 5:0 hoch. „Auch wenn es leicht aussieht, es ist ein hartes Stück Arbeit“, sagte Noebels im Interview während der zweiten Pause.
Im letzten Drittel schritt Noebels gleich wieder zur Tat und bereitete nach wenigen Sekunden das 6:0 von Petr Pohl vor. Einen Scorerpunkt bekam in dieser Szene auch Florian Busch zugeschrieben. Der Eisbären-Stürmer bestritt wie Verteidiger Jens Baxmann am Dienstag sein 600. Spiel in der DEL. Es war eines, nach dem die Berliner nun wohl endgültig aus dem Mittelmaß herausgefunden haben sollten. Daran änderte auch der Ehrentreffer der enttäuschenden Kölner durch John Tripp nichts mehr.

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