Sport : 60 Minuten und kein Tor

Deutschland unterliegt Finnland 0:1 bei der Eishockey-WM und muss nun gegen Dänemark gewinnen

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Vergeblich gestochert. Auch Christoph Ullmann (Mitte) kann Finnlands Torwart Petri Vehanen nicht überwinden. Foto: dpa
Vergeblich gestochert. Auch Christoph Ullmann (Mitte) kann Finnlands Torwart Petri Vehanen nicht überwinden. Foto: dpaFoto: dpa

Die vielen Finnen in der Kölnarena feierten, womöglich beflügelt von denen für sie niedrigen Getränkepreisen in Deutschland. Derweil ging es beim deutschen Publikum am Ende eines für Weltmeisterschaftsstandards mäßigen Eishockeyspiels weniger lustig zu: Nach der großartigen Vorstellung gegen die USA gab es am Montag keinen weiteren Sieg zu feiern für die Mannschaft von Bundestrainer Uwe Krupp. Die Deutschen verloren gegen wenig überzeugende Finnen 0:1 (0:0, 0:1, 0:0).

Es war ein lange Zeit stimmungsarmer Abend in der mit 18 654 Zuschauern ausverkauften Kölnarena. Das deutsche Team machte zwei Drittel lang all das nicht, was ihm am Freitag zum 2:1-Erfolg über die USA genutzt hatte. Es spielte in der Defensive ungeordnet, war zu zweikampfschwach und agierte zu körperlos. Deutschland überließ den Finnen großzügig die Regie, womit diese allerdings nicht viel anfangen konnten.

Das finnische Team wirkte nach der überraschenden 1:4-Niederlage gegen Dänemark etwas durcheinander. Die Deutschen halfen dem Gegner anfangs aber, die Ordnung zu finden, indem sie aus dem eigenen Drittel heraus häufig einen Fehlpass statt einen Aufbaupass spielten. So entwickelte sich ein Spiel auf rustikalem Niveau. Positiv war für die Deutschen immerhin, dass sie den ersten Abschnitt ohne Gegentor überstanden. Uwe Krupps Idee, Rob Zepp ins Tor zu stellen, erwies sich als gut. Schließlich hat der Torwart der Eisbären Berlin schon mal zwei Jahre in der finnischen Liga gespielt und kennt den nordischen Spielstil bestens. Zepp blieb gegen die Finnen ohne Fehler.

Nach 26 Spielminuten landete der Puck trotzdem in seinem Tor. Jarkko Immonen stand völlig frei am linken Pfosten des deutschen Tores und bedankte sich beim Vorlagengeber Jussi Jokinen, der aus der Position hinter dem deutschen Tor ungestört für den Schützen hatte auflegen können. Ein paar Sekunden zuvor hatte der Berliner Patrick Hager den Puck verloren.

Gegen Ende des Mittelabschnitts hatten die Deutschen die Chance auf den Ausgleich. Doch der von der Strafbank kommende Iserlohner Michael Wolf künstelte zu viel mit der Scheibe herum und vergaß einen ordentlichen Torschuss, so dass Finnlands Torwart Petri Vehanen parieren konnte. Danach allerdings engagierten sich die Mannschaftskameraden von Wolf mehr, die Deutschen drängten im letzten Drittel auf den Ausgleich, was ihnen aber nichts nützte, weil im Abschluss nichts passierte: Allein der Hamburger John Tripp vergab drei gute Möglichkeiten. Zwei Minuten vor Schluss nahm Krupp noch Torwart Zepp zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, doch auch das half nichts. Am Ende war das Ergebnis für die deutsche Mannschaft aber keine Katastrophe, deutsche Teams haben gegen Finnland oft schlechter ausgesehen als am Montag.

Nach der Niederlage in ihrem zweiten Turnierspiel sind die Deutschen nun am Mittwoch in ihrem letzten Vorrundenspiel gegen Dänemark unter Druck. Nur bei einem Sieg spielen sie in jedem Fall in der WM-Zwischenrunde. Die Dänen hingegen sind schon weiter. Nach ihrem Sieg gegen die Finnen demonstrierten sie am Montag, dass der Erfolg zum Auftakt gar nicht so erstaunlich war. Dänemark besiegte die Startruppe der US-Amerikaner 2:1 nach Verlängerung und ist bereits für die Zwischenrunde qualifiziert.

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