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69:84 gegen Maccabi Tel Aviv : Alba Berlin bekommt eine Lehrstunde in der ULEB Euroleague

Alba Berlin bleibt auch im dritten Spiel in der ULEB Euroleague ohne Punktgewinn. Am Donnerstagabend verlor die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic im Heimspiel gegen das starke Team von Maccabi Tel Aviv mit 69:84.

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Berlins Vojdan Stojanovski (re.) und Tel Avivs Devin Smith kämpfen um den Ball.
Berlins Vojdan Stojanovski (re.) und Tel Avivs Devin Smith kämpfen um den Ball.Foto: dpa

Der Beginn der zweiten Halbzeit hätte der Moment sein können für die Basketballer von Alba Berlin, um noch einmal neuen Mut zu schöpfen. Stattdessen fing Brian Randle von Maccabi Tel Aviv den Ball in der Luft und stopfte ihn per Dunking in den Korb. Im nächsten Angriff boten die Israelis dieselbe Übung noch einmal, nur sprang diesmal Alex Tyus noch höher und knallte den Ball spektakulär mit einer Hand durch den Korb. Der dritte Dunking im nächsten Angriff Tel Avivs durch Randle mutete dagegen schon fast langweilig an. Es war zeitweise eine Lehrstunde, die Alba Berlin vor 10 657 Zuschauern in der Halle am Ostbahnhof beim 69:84 (29:46) Maccabi Tel Aviv, dem amtierenden Meister der ULEB Euroleague, erteilt wurde.

Die chancenlosen Berliner warten nach dem dritten Spiel in der ULEB Euroleague weiterhin auf den ersten Sieg. Reggie Redding (15 Punkte), Leon Radosevic (13) und Jamel McLean (12) punkteten bei den Berlinern am besten, bei Maccabi ragten Brian Randle (25), Devin Smith (16) und Jeremy Pargo (15) heraus. „Die Maccabi-Spieler hatten eine hohe individuelle Klasse“, sagte der Berliner Niels Giffey, „es hat sich im zweiten Viertel angefühlt, als ob man nur am nach hinten laufen ist, es gab wenig Chancen zu attackieren.“ Am Sonntag müssen die Berliner in der Bundesliga in Trier antreten. „Wir müssen uns jetzt erst wieder finden“, sagte Giffey, „und gucken, dass es in der Bundesliga wieder besser weitergeht.“

In der Anfangsphase traf Maccabi fast jeden Wurf

Die Basketballer von Maccabi Tel Aviv sind so etwas wie die inoffizielle Nationalmannschaft ihres Landes. Auch deshalb zierten zahlreiche israelische Fahnen die Zuschauerränge, saß der israelische Botschafter mit seinen Sicherheitskräften auf der Haupttribüne und warb der israelische Tourismusverband per Bandenwerbung und Klatschpappen bei den Fans für einen Urlaub im Gelobten Land. Die beste Werbung für Basketball aus Israel aber machte der 51-malige Israelische Meister auf dem Spielfeld.

In Berlin legte der Favorit eindrucksvoll los und traf in der Anfangsphase (19:11) fast jeden Wurf. Besonders interessant war dabei das Duell zwischen Albas Centerspieler Leon Radosevic (107 Kilogramm) und Maccabis Sofoklis Schorsanitis (165 Kilogramm). Der griechische Nationalspieler, der auch unter dem Spitznamen „Baby-Shaq“ bekannt ist, hatte zuletzt sogar etwas abgenommen, weil er mit 180 Kilogramm aus dem Sommerurlaub gekommen war. Maccabi änderte daraufhin seinen Vertrag in einen Kurzzeitvertrag, dessen Verlängerung auch davon abhängt, ob er unter einer bestimmten Gewichtsgrenze bleibt. Gegen den Schwergewichts-Basketballer mussten immer ein oder zwei zusätzliche Berliner Verteidiger aushelfen, was Raum für die übrigen Maccabi-Spieler schuf. Im Angriff konnte Leon Radosevic immerhin bei vier Punkten aus der Halbdistanz ausnutzen, dass Schorsanitis in der Zonenverteidigung von Tel Aviv eine Art immobilen Korbhüter spielte.

Die Einwechslung von Wohlfarth-Bottermann brachte Schwung

Zu Beginn des zweiten Viertels schien es, als könnten die Berliner ihrer ersten Führung im Spiel sehr nahe kommen (20:23), doch stattdessen entglitt ihnen das Spiel. Eine Mischung aus unglücklichen Pfiffen, eigenen Unzulänglichkeiten und traumhafter Treffsicherheit der israelischen Distanzschützen (64 Prozent Dreier zur Halbzeitpause) war für eine 0:17-Serie der Berliner verantwortlich. Fast schon demütigend war eine Sequenz als Jamel McLean an einer Verteidigerwand abprallte und Alex Tyus per Dunking auf 40:20 stellte.

In der zweiten Halbzeit ging es für die Berliner zunächst nur darum, den Schaden zu begrenzen. Immerhin konnten sie durch eine Leistungssteigerung erstmals ein Viertel mit 17:17 ausgeglichen gestalten. Die Einwechslung von Jonas Wohlfarth-Bottermann hatte Schwung gebracht, auch gingen die Berliner nun in der Verteidigung aggressiver zu Werke. Mit Erfolg: Das Spiel war nun ausgeglichener, doch näher als 13 Punkte kamen die Gastgeber nicht mehr heran.

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