73:52-Sieg gegen München : Alba schickt Bayern mit Hohn und Spott nach Hause

Bayern München deutlich geschlagen - da wird die Hertha neidisch. Alba Berlin ist nach dem erkämpften 73:52-Sieg seit elf Spielen unbesiegt.

von
Albas Ioannis Kalampokis (r.) allein gegen Bayerns Robin Benzing (l.) und Ex-Alba-Spieler Aleksandar Nadjfeji.
Albas Ioannis Kalampokis (r.) allein gegen Bayerns Robin Benzing (l.) und Ex-Alba-Spieler Aleksandar Nadjfeji.Foto: dpa

Nichts und niemand im deutschen Sport ruft so zuverlässig leidenschaftliche Häme hervor wie der FC Bayern München. Vier Minuten vor Schluss war es so weit: Heiko Schaffartzik zog zum Korb und traf im Rückwärtsfallen zum 64:45, spätestens jetzt war das Bundesligaspiel gegen die Münchner zugunsten von Alba Berlin entschieden. „Ihr könnt nach Hause fahr’n“, schallte es laut wie selten aus dem Alba-Fanblock, der noch ein paar Unhöflichkeiten gegenüber Bayern-Trainer Dirk Bauermann folgen ließ. Der erste Besuch des prominenten Aufsteigers in Berlin endete mit einem fulminanten Alba-Schlussspurt, das Publikum in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof konnte einen 73:52 (33:32)-Sieg der Berliner bejubeln. „Wir haben nicht gut angefangen, aber uns ins Spiel zurückgekämpft“, sagte Alba bester Werfer Yassin Idbihi, der seine 17 Punkte alle in der zweiten Hälfte erzielte. Es war der elfte Bundesliga-Sieg in Folge für Alba, die Münchner hatten zuvor fünf Spiele nacheinander gewonnen.

 Schon vor dem Spiel war klar: Die drittplatzierten Berliner wollten dem Tabellenfünften einen hitzigen Empfang bereiten. Davon zeugten nicht nur die Flammenwerfer, die bei der Team-Vorstellung Feuerstöße in Richtung Hallendecke schickten. Der Fanblock schwenkte drei riesige Fahnen, auch der Rest der 14.500 Zuschauer schien besonders motiviert. Das äußerte sich zunächst darin, dass die beiden ehemaligen Berliner Aleksandar Nadjfeji und Demond Greene bejubelt wurden, während es für ihren Bayern-Mitspieler und Ex-Alba-Profi Steffen Hamann Pfiffe und Buh-Rufe gab. Dem für seine Wurfschwäche bekannten Hamann war es trotzdem vorbehalten, das Spiel mit einem Dreipunktewurf zu eröffnen. Die Münchner wirkten entschlossener, die Berliner zögerten hingegen bei ihren Offensivaktionen. Schnell lag die Mannschaft von Trainer Gordon Herbert 0:8 zurück, ehe ihr der erste Punkt gelang. Kurz darauf stand es 2:12, es wurde merklich ruhiger auf den Rängen. Herbert schickte Heiko Schaffartzik aufs Feld. Als der Nationalspieler per Dreipunktewurf auf 9:12 verkürzte und sich danach mit beiden Armen ein wenig mehr Euphorie von den Zuschauern erbat, stieg der Lärmpegel wieder an. Alba erhöhte das Tempo und den Druck in der Verteidigung, Schaffartzik glich kurz nach Beginn des zweiten Viertels erstmals zum 16:16 aus, Alba setzte sich sogar auf 25:18 ab. Bayern-Trainer Dirk Bauermann konnte sich bei seinem Center Jared Homan – der am Ende auf 18 Punkte und elf Zähler kam – bedanken, dass sein Team nur mit einem knappen 32:33-Rückstand in die Halbzeitpause ging.

 Herbert hatte vor dem physischen Spiel der Münchner gewarnt, die Berliner hatten sich vorgenommen, vor allen Dingen mit ihrer Schnelligkeit dagegenzuhalten. Auch nach der Pause gelang es Alba kaum einmal, Wirbelwind DaShaun Wood, der beim 85:79-Sieg im Hinspiel mit 27 Zählern der entscheidende Mann gewesen war, in Szene zu setzen, der Berliner Kapitän erzielte nur vier Punkte. Immer wieder prallten die Berliner zudem an Homan ab, keine der beiden Mannschaften konnte sich bis zum 43:43 absetzen. Dann allerdings übernahmen die Berliner die Kontrolle: Im Angriff der Gastgeber lief der Ball jetzt, Schaffartzik fand im Zusammenspiel mit Routinier Ioannis Kalampokis immer wieder einen frei stehenden Mitspieler, den Berlinern gelangen 14 Punkte in Folge. Unter den Körben regierte jetzt Idbihi, der den zuvor unerschütterlich wirkenden Homan zusehends frustrierte und selber nach Belieben punktete. Dem FC Bayern gelangen im Schlussviertel nur noch neun Punkte, schon früh konnten sich die Zuschauer auf Spott, Jubel und Applaus nach der Schlusssirene einstellen. „Ich liebe solche emotionalen Spiele“, sagte Schaffartzik, als er abgekämpft, aber glücklich von der Ehrenrunde zurückkehrte.

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar