• 76 000 ZUSCHAUER FEIERN EIN RAUSCHENDES FUSSBALL-FEST: Hertha bezwingt den FC Bayern 2:1

Sport : 76 000 ZUSCHAUER FEIERN EIN RAUSCHENDES FUSSBALL-FEST: Hertha bezwingt den FC Bayern 2:1

Der Berliner Michael Preetz glänzt als Torschütze auf beiden Seiten BERLIN (Tsp).Hertha BSC wird zum Schreckgespenst der Bundesliga-Spitzenklubs.Nachdem die Berliner zum Abschluß des Fußball-Jahres 1997 schon den 1.FC Kaiserslautern mit 2:0 bezwungen hatten, schickten sie gestern auch den FC Bayern München mit 2:1 (1:0) geschlagen nach Hause.76 000 Zuschauer im ausverkauften Olympiastadion feierten ein rauschendes Fußballfest, das die Berliner als völlig verdienten Sieger sah.Hertha war fast über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft. Das mutige Anrennen der Berliner wurde schon in der 18.Minute belohnt.Gedankenschnell schob der kleine Marc Arnold den Ball in die Gasse zum blitzschnell gestarteten Michael Preetz.Michael Tarnat grätschte ins Leere, sein Nationalmannschaftskollege Thomas Helmer blickte genauso hilflos hinterher wie Routinier Lothar Matthäus, während Preetz eiskalt durch die Beine des aus seinem Tor stürzenden Oliver Kahn zum 1:0 einschob.Für den "Langen" war es bereits der achte Saisontreffer und abermals die Genugtuung, es einmal wieder allen gezeigt zu haben.Keiner hatte ihn vor Saisonbeginn auf der Rechnung, nach der Verpflichtung Andreas Thoms schien er in der Rückrunde auf verlorenem Posten, aber an Preetz und seinen Toren kommt Hertha-Trainer Jürgen Röber zur Zeit einfach nicht vorbei. Und weiter waren es die Berliner, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten.Die vielleicht spektakulärste Aktion spielte sich in der 34.Minute ab.Mit dem Absatz bediente der quicklebendige Thom den freistehenden Michel Dinzey, dessen scharfe Eingabe beinahe den durchgestarteten Sixten Veit erreicht hätte.Kahn aber hatte aufgepaßt und schnappte dem Herthaner den Ball gerade noch so vom Fuß.Drei Minuten später stand der Münchener Torhüter noch einmal im Brennpunkt des Geschehens.Nach einem Fehlpaß des überraschend aufgebotenen Franzosen Bixente Lizarazu kam Ante Covic in Schußposition und zwang Kahn aus 18 m zu einer Glanzparade. "Keine Frage, die Berliner führen völlig verdient", befand Bayern-Präsident Franz Beckenbauer zur Pause."Aber wir machen es ihnen auch viel zu einfach.Wir müssen besser in die Zweikämpfe gehen und das Spiel an uns reißen.Da ist die Mannschaft jetzt gefordert." In der Tat ging der Titelverteidiger in der zweiten Halbzeit etwas beherzter zu Werke.Doch von einem Klassenunterschied zwischen dem Deutschen Meister und dem allein auf den Klassenverbleib bedachten Aufsteiger war nichts zu sehen.Im Gegenteil, den Ton gab weiter Hertha an. Lange Zeit erarbeitete sich der FC Bayern keine einzige Torchance.Im Sturm war ohne den beim Gold Cup für Brasilien kickenden Giovane Elber allzuviel dem Zufall überlassen.Der in den letzten Monaten so aufgeblühte Carsten Jancker kam überhaupt nicht zum Zuge, und der Italiener Ruggiero Rizzitelli entfaltete die von ihm erwartete Aggressivität nur ein einziges Mal. Das war in der 70.Minute, und Ziel seiner Bemühungen war keineswegs das Hertha-Tor, sondern der Linienrichter.Der hatte nach einem wunderschönen Paß Steffen Karls in den freien Raum auf Michael Preetz nicht, wie die Bayern erhofft hatten, auf Abseits entschieden.Preetz zog auf und davon, flankte in die Mitte, wo der wieselflinke Covic um den Bruchteil einer Sekunde eher am Ball war als Kahn.Während die Berliner noch das entscheidende 2:0 feierten, wollten der wildgewordene Rizzitelli und Ex-Herthaner Mario Basler dem Linenrichter an den Kragen.Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni hatte alle Mühe, seine Spieler vor Tätlichketen zu bewahren.Die unbestechliche Fernsehzeitlupe rechtfertigte die Entscheidung des Unparteiischen: Bei Karls Zuspiel war Bayerns Helmer mindestens auf gleicher Höhe mit Preetz. Dem Hertha-Torjäger hatte es der FC Bayern zu verdanken, daß es in der Schlußphase noch einmal spannend wurde.Sechs Minuten waren noch zu spielen, da lenkte Michael Preetz den Ball nach einem Eckball Mehmet Scholls mit einer Reflexbewegung ins eigene Tor.Hertha-Torhüter Gabor Kiraly blieb nicht die Spur einer Abwehrchance.Mit einigem Zittern brachten die Berliner das Ergebnis über die Zeit.

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