8. Wettkampftag : Was in der Nacht geschah: Eine Zusammenfassung unter Protest!

Jeden Morgen um acht hier: die Zusammenfassung der Wettkämpfe der Nacht. Heute zum vorletzten Mal mit Michael Phelps, hoffnungsvollen deutschen Leichtathleten und den schnellen Schützen Schumann und Reitz.

Jörg Leopold
OLY-2008-SHOOTING-PODIUM
Schützenfest. Mit Ralf Schumann (Silber) und Christian Reitz (Bronze).Foto: AFP

Diese Zusammenfassung der bisherigen Höhepunkte des Tages erfolgt heute unter Protest! Nein, wir wollen nicht mehr: jeden Morgen die gleiche Leier. Michael Phelps gewinnt Gold. So auch heute Morgen wieder. Dabei ist er über 100 Meter Schmetterling nicht mal Weltrekord geschwommen und hatte nur eine winzige Hundertstelsekunde Vorsprung. Sogar einen Einspruch des serbischen Verbands überstand der Ami unbeschadet. Die hatten ihren Silbermedaillengewinner Milorad Cavic mindestens gleichauf gesehen, waren damit aber so ziemlich die einzigen im Water Cube. Gewonnen hat am Ende ganz allein wieder der Nimmersatt Phelps und damit Mark Spitz eingeholt, dem das 1972 in München auch sieben Mal gelang. Am Sonntag folgt dann Phelps letztes Rennen bei den Spielen mit der Lagenstaffel und es ist klar, was hier dann wieder steht.

Mit insgesamt 13-mal Gold baut Phelps auch in der ewigen Bestenliste seinen Vorsprung vor Spitz (neun) und anderen großen Athleten aus. Doch ist Phelps damit wirklich der Größte? Ihre Meinung dazu ist gefragt: Bitte stimmen Sie ab in unserer Umfrage zum größten Olympioniken aller Zeiten. Bitte klicken Sie hier.

Am Samstag waren für Weltrekorde im Schwimmstadion von Peking andere zuständig: Kristy Coventry aus Simbabwe über 200 Meter Rücken der Frauen und die Britin Rebecca Adlington im 800 Meter-Freistil-Rennen. Das erste brasilianische Olympiagold im Schwimmen überhaupt erkämpfte sich Cesar Cielo Filho im 50 Meter-Freistil-Sprint. Über dieselbe Strecke zog Britta Steffen bei den Frauen als Drittschnellste der Halbfinals souverän in den Endlauf ein.

Leichtathletik: Höhne geht weit an Medaillen vorbei

In der ersten Leichtathletik-Entscheidung des Tages über 20 Kilometer Gehen war der Berliner André Höhne chancenlos. Er lag im Ziel als 25. rund vier Minuten hinter dem Russen Walerij Bortschin, obwohl er anders als in Tokio bei der WM im Vorjahr diesmal keine unfreiwilligen Umwege nehmen musste. In den Vorkämpfen des Morgens konnten sich die deutschen Starter gut behaupten.

Robert Harting zog im Diskuswerfen genauso sicher in den Endkampf ein wie die Kugelstoßerinnen Nadine Kleinert und Christina Schwanitz. Auch bei den Stabhochspringerin kamen zwei von drei deutschen Teilnehmerinnen durch: Carolin Hingst und Silke Spiegelburg reichten jeweils 4,50 Meter zum Finaleinzug. Überfrau Jelena Issinbajewa griff nur einmal überhaupt zum Stab und gönnte sich ansonsten ein Vormittagsnickerchen im "Vogelnest".

Am Nachmittag deutscher Zeit folgen die Leichtathletik-Finals, dann u. a. mit dem 100 Meter-Endlauf der Männer. Deutsche Medaillenchancen hat allenfalls Nadine Kleinert mit der Kugel, die deutschen Siebenkämpferinnen hängen nach fünf Disziplinen hingegen weit zurück.

Silber und Bronze für Schnellfeuer-Schützen Schumann und Reitz

20 Schuss im Finale, vier Mal fünf hintereinander mussten Ralf Schumann und Christian Reitz abgeben und danach abwarten wie die im Vorkampf besser Platzierten abschneiden würden. Das Warten lohnte sich, denn das Führungstrio schoß anschließlich regelrechte Fahrkarten-Serien. Somit kamen die beiden Deutschen noch völlig unverhofft zu Silber und Bronze.

Reitz darf sich dabei sogar ein bisschen ärgern, denn mit seiner letzten Fünfer-Serie vergab er sogar mögliches Gold. Das holte sich der Ukrainer Oleksandr Petriw, der auch nicht so recht wusste, was ihm da gerade geschehen war.

Heute kaum weitere Medaillenchancen

Die Chancen für weitere Medaillen sind heute eher gering - und das, obwohl es insgesamt rekordverdächtige 30 Entscheidungen am Samstag (gab und) gibt. Vielleicht gelingt den Ruderern eine Überraschung. Vier deutsche Boote stehen in den insgesamt sieben Finals des Tages.

Unter Zugzwang sind die deutschen Mannschaftssportler. Die Wasserballer hielten dem Druck bereits stand und besiegten Italien mit 8:7. Die Volleyballer hingegen verloren mit 1:3 gegen Serbein und haben damit kaum noch Chancen auf die K.o.-Runde. Später folgen die Hockey-Frauen gegen Argentinien (12 Uhr), die Handballer treffen auf Russland (9.45 Uhr, bei uns im Handball-Live-Ticker) und die Basketballer brauchen im vorentscheidenden Spiel um den Viertelfinal-Einzug gegen Gastgeber China ab 14 Uhr unbedingt ein besseres Händchen als zuletzt. Wir halten sie wie gewohnt auf unserer Olympia-Sonderseite über alle Höhepunkte des Tages auf dem Laufenden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar