Sport : 80 000 Euro in Las Vegas

Isabell Werth gewinnt den Dressur-Weltcup

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Las Vegas - Für Freitagabend hatte Isabell Werth einen Besuch im Casino geplant. „Wir wollten ein bisschen spielen“, sagte die weltbeste Dressurreiterin. Nicht viel Geld hatte sie dabei setzen wollen, obwohl sie tags darauf als Favoritin ins Weltcupfinale gegangen ist und damit die Aussicht hatte auf ein Preisgeld von umgerechnet 80 000 Euro. „Man sollte nicht davon ausgehen, dass man das schon in der Tasche hat“, sagte Isabell Werth. Einen Tag später war klar: Sie hätte ruhig großzügiger sein können.

Souverän hat Isabell Werth mit ihrem Hannoveraner-Wallach Warum Nicht zum zweiten Mal den Dressur-Weltcup gewonnen. Die beiden erhielten in Las Vegas für ihre fast perfekte Darbietung 84,25 Prozentpunkte, der deutsche Chefrichter Dieter Schwüle gab für die Interpretation der Musik sogar die Höchstnote 10. Auf Platz zwei folgte die Niederländerin Imke Schellekens-Bartels auf der Hannoveraner-Stute Sunrise mit 77,95 Prozentpunkten. „Heute war alles leicht“, sagte Isabell Werth, „mein Pferd war ganz auf mich konzentriert.“ Die 37-Jährige hatte die Sorge gehabt, Warum Nicht könnte sich ablenken lassen. „Die Zuschauer hier sind emotional und gehen mit, das wird für die Pferde schwierig“, sagte sie vor ihrem Ritt. Doch „Hannes“, wie sie Warum Nicht nennt, müsse lernen, mit dem Lärm umzugehen. „Wir wollen Emotionen in unserem Sport, das soll ja nicht steril bleiben.“

Isabell Werth profitierte bei ihrem Erfolg auch davon, dass die dreimalige Siegerin der vergangenen drei Weltcup-Finals, Anky van Grunsven aus den Niederlanden, wegen ihrer Babypause fehlte. Auch konnte der dänische Vizeweltmeister Andreas Helgstrand nicht starten, da sich sein Pferd Matinee beim Ausladen verletzt hatte. Warum Nicht hingegen hatte die erste Flugreise seines Lebens im Bauch eines Cargo-Flugzeuges problemlos überstanden. „Ich war überrascht, wie ruhig er war“, sagt Isabell Werth. Die Reisetüchtigkeit ist auch wichtig für den olympischen Wettbewerb 2008. Der findet in Hongkong statt. ben (mit dpa)

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