81:84 in Düsseldorf : Alba verliert die Tabellenführung

Albas Basketballer steckten in Düsseldorf nach 13-Punkte-Vorsprung eine 81:84-Niederlage ein. Damit wurden sie von Bonn von der Tabellenspitze verdrängt. Bei Alba fehlten vier verletzte oder kranke Leistungsträger.

Frank Neusser[Düsseldorf]

Auf den ersten Blick ähneln sich die Szenarien: Wieder führte Alba Berlin in einem Basketball-Bundesligaspiel deutlich, wieder entwickelte sich nach einer hohen Führung aus dem zweiten Viertel noch ein packendes Finish – und Freiwürfe spielten eine wichtige Rolle. Doch während Alba nach dem 22-Punkte-Vorsprung gegen Braunschweig vor einer Woche doch gesiegt hatte, reichte es gestern nicht zu einem Erfolg. Bei den zuletzt dreimal in Folge sieglosen Giants Düsseldorf verlor Alba nach 41:28-Führung noch 81:84 (45:36). Steffen Hamann vergab vor 3250 Fans acht Sekunden vor Schluss drei von vier Freiwürfen. Nach der dritten Saisonniederlage wurden die Berliner von den Telekom Baskets Bonn von der Tabellenspitze verdrängt. Allerdings hat Alba zwei Spiele weniger bestritten. Topscorer waren gestern im Burg-Wächter Castello die Düsseldorfer Brant Bailey und Matt Lottich (beide 22 Punkte).

Jenkins, Femerling, Wright und Chubb fehlten

Bei genauerem Hinsehen gab es allerdings große Unterschiede zum Spiel gegen Braunschweig: Neben dem seit Wochen fehlenden Julius Jenkins fielen gestern beim Deutschen Meister auch Adam Chubb (Magen-Darm-Infekt), Rashad Wright (Hornhautentzündung am rechten Auge) und Patrick Femerling (Sehnenreizung im Knie) aus. Chubb blieb in Berlin, das Fehlen der anderen beiden Profis stand erst am Spieltag fest. „Das Risiko war auch im Hinblick auf Donnerstag zu groß“, sagte Sportdirektor Henning Harnisch zum Verzicht auf Femerling. Dann empfängt Alba in der Europaliga das spanische Spitzenteam Vitoria.

Alba spielte ohne echten Center

Der Ausfall von Chubb und Femerling bedeutete, dass Alba ohne echten Center auflief. Albas bester Werfer Aleksandar Nadjfeji (19 Punkte und sieben Rebounds in 24 Minuten), der zuletzt kaum eingesetzte Dragan Dojcin und Ansu Sesay teilten sich die Zeit unter dem Korb. Zwölf Dreier, davon fünf von Casey Jacobsen, reichten nicht für den Sieg. „Die erste Halbzeit war sehr gut“, sagt Harnsich, „dann ist uns die Kraft ausgegangen.“ Trainer Luka Pavicevic ließ mit nur acht Profis spielen, wobei Philip Zwiener nicht einmal fünf Minuten zum Einsatz kam. Pavicevic wollte von Kräfteverschleiß dennoch nichts wissen. Er klang richtig verärgert. „Wir hatten genug Chancen zum Sieg. Aber im dritten Viertel waren wir gar nicht da. Der größere Wille hat den Ausschlag gegeben“, sagte er. Das dritte Viertel gewann Düsseldorf 28:18. Ein Berliner Minuspunkt waren wie so oft die Freiwürfe: Alba verwandelte nur sieben von 14, die Gastgeber zehn von elf.

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