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83:89 gegen Oldenburg : Böse Überraschung für Alba Berlin

Alba Berlin muss gegen die Baskets Oldenburg die erste Heimniederlage der Saison in der Liga hinnehmen - und verzettelt sich in Diskussionen mit den Schiedsrichtern.

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Reggie Redding im Zweikampf mit zwei Oldenburgern.
Reggie Redding im Zweikampf mit zwei Oldenburgern.Foto: imago

In der 28. Minute gingen die Emotionen hoch in der Max-Schmeling-Halle vor 8049 Zuschauern. Marco Baldi sprang von seinem Platz am Spielfeldrand auf und forderte die hinter ihm stehenden Fans von Alba Berlin auf, keine Gegenstände auf das Spielfeld zu werfen – was daraufhin auch unterblieb. Sein eigenes Team hatte der Alba-Geschäftsführer nicht so gut in Griff, dieses handelte sich in dieser Szene nach einem Unsportlichen Foul auch noch zwei Technische Fouls ein, Center Marko Banic und Trainer Sasa Obradovic waren die Sünder. Der Coach geriet auch wütend mit Aufbauspieler Alex Renfroe aneinander.

All diese Aktionen und Emotionen drückte, neben dem Frust über die Schiedsrichterleistung, auch den Ärger der Berliner aus, Oldenburg nicht bezwingen zu können. Zwar startete Alba im letzten Viertel nach einem Rückstand von 22 Punkten eine dramatische Aufholjagd, doch näher als vier Punkte kamen die Berliner in der Schlussminute nicht mehr heran. Sie verloren überraschend gegen Oldenburg mit 83:89 (36:38).
„Wir hatten es nicht verdient zu gewinnen, wir hatten nicht die richtige Einstellung“, beschwerte sich Alba-Trainer Sasa Obradovic, „statt zu kämpfen haben wir zu viel mit den Schiedsrichtern gesprochen, das ist auch ein Zeichen einer gewissen Arroganz.“ Bei den ausgeglichenen Gästen überragten Flügelspieler Chris Kramer mit 18 Punkten, Casper Ware und Nemanja Alexandrov (je 15 Punkte), bei Alba trafen Clifford Hammonds und Alex Renfroe mit je 17 Punkten am besten.

Nach dem Sieg gegen Tel Aviv war Alba klarerer Favorit

Die zweite Bundesliganiederlage in Folge kostete Alba auch die Tabellenführung in der Bundesliga, die nun Bamberg übernommen hat. Was den Trainer allerdings nicht so traf. „Zweiter oder Dritter ist auch realistisch für uns“, sagte Sasa Obradovic, „bringt uns bitte nicht in eine Favoritenposition.“ Gegen Oldenburg aber war Alba klar favorisiert, zumal die Berliner zuvor sogar beim Euroleague-Sieger Maccabi Tel Aviv (66:59) gewonnen hatten. „Das Spiel hat uns vielleicht auch etwas weh getan, wir sind nicht mit unserer Energie gestartet“, sagte Trainer Obradovic. Er hatte Jonathan Tabu auf der sechsten Ausländerposition Centerspieler Leon Radosevic vorgezogen, doch im Gegensatz zum Tel-Aviv-Spiel enttäuschte der Belgier mit null Punkten und nur einem Assist.
Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit bekamen die Berliner im dritten Viertel (18:34) die Oldenburger Distanzschützen nicht in den Griff. Oldenburg erzielte in dieser Phase sechs Dreipunktewürfe, am Ende hatten die Gäste 48 Prozent aus der Ferne getroffen. Die Berliner mühten sich in der Offensive und konnten sich erst im letzten Viertel (29:17) etwas besser durchsetzten. Da mussten nicht nur Banic nach seinem fünften Foul zusehen, auch Alex Renfroe musste nach seinem zweiten Technischen Foul die Halle verlassen. „Die Schiedsrichter hätten einen besseren Job machen können“, sagte Obradovic, doch am meisten ärgerte er sich über die unzulängliche Einstellung seines Teams.


Was aber bedeutet diese Niederlage für das wichtige Pokalviertelfinale am Mittwoch daheim gegen den FC Bayern München? „Gar nichts“, sagt Flügelspieler Akeem Vargas<NO1>, „das einen ist Pokal und das andere ist Liga, das Spiel am Mittwoch ist ein Do-or-Die-Spiel.“ Ihm gibt die Niederlage sogar etwas Hoffnung. „Wir haben nach der Niederlage in Frankfurt die richtige Antwort in Tel Aviv gegeben“, sagt der deutsche Nationalspieler, „uns so wird es auch diesmal sein.“

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