84:69 gegen Ulm : Alba siegt ohne zwei

Trotz der Ausfälle von Julius Jenkins und Rashad Wright siegt Alba souverän gegen Ulm. Nationalspieler Johannes Herber darf ungewöhnlich lange spielen und nutzt seine Chance.

Benedikt Voigt
Alba Berlin gegen Ratiopharm Ulm
Durchgesetzt. Steffen Hamann überzeugte als einziger gelernter Spielmacher.Foto: City-Press

Berlin - In der U-Bahn-Linie 1 fragten sich zwei Jungs eine halbe Stunde vor Spielbeginn, ob es noch Karten für das Spiel der Basketball-Bundesliga gebe. An der Kasse aber merkten sie, dass sie sich die Sorgen hätten sparen konnten. Das Nachholspiel von Alba Berlin gegen Ratiopharm Ulm lockte 7083 Fans in die doppelt so viele Zuschauer fassende Halle am Ostbahnhof, die oberen Ränge blieben abgehängt. Wer gekommen war, sah einen unterhaltsamen 84:69 (41:26)-Erfolg der Berliner, dem aber die Spannung fehlte.

Schon Mitte des zweiten Viertels wurde deutlich, dass die Berliner dank einer konzentrierten Leistung den 19. Sieg in der Bundesliga holen und an Tabellenführer Oldenburg dranbleiben würden. Dabei zeigten sie auch, dass sie den verletzungsbedingten Ausfall von Spielmacher Rashad Wright gut verkraften können. Sogar das Fehlen des grippekranken Julius Jenkins machte sich nicht bemerkbar.

Hamann übernahm mehr Verantwortung

Abgesehen von Nachwuchsspieler Oskar Faßler ist Steffen Hamann im Moment letzter gelernter Spielmacher im Team. Die gestiegene Verantwortung für den Spielaufbau des Deutschen Meisters bremste den Nationalspieler allerdings nicht, im Gegenteil. Bereits zur Halbzeit hatte er mit neun Punkten, drei Rebounds und nur einem Fehlwurf eine ausgezeichnete Bilanz. Am Ende war er mit 13 Punkten gemeinsam mit Ansu Sesay und Immanuel McElroy Berliner Topsorer.

Von McElroy bekam Hamann dann auch Unterstützung. Der US-Amerikaner durfte an seinem 29. Geburtstag beweisen, dass er auch als Spielmacher zu gebrauchen ist. Als McElroy im zweiten Viertel den Ball nach vorne brachte, hatte sich Ulms Trainer Mike Taylor zwar eine aggressivere Ganzfeld-Verteidigung ausgedacht. Doch Alba ließ sich nicht beirren. McElroy reichte sechs Assist, doch im dritten Viertel zeigte er bei zwei seiner insgesamt zehn Rebounds, dass er sich näher am Korb wohler fühlt. Bei seiner Auswechslung erhielt er Sonderapplaus.

Zwischenzeitlich 24 Punkte Vorsprung

Die Berliner führten bereits nach dem ersten Viertel dank einer überzeugenden Wurfquote 24:15. Und weil Ansu Sesay das Ulmer Reboundwunder Jeff Gibbs – der nur 1,88 Meter kleine Amerikaner ist zweitbester Rebounder der Liga – nach anfänglichen Schwierigkeiten gut in den Griff bekam, war die Partie bald entschieden. Der Ulmer, der 15 Punkte erzielte, fiel in der zweiten Halbzeit nur noch unangenehm auf, als er auf eine Täuschung McElroys hereinfiel, in die Luft sprang und den Berliner mit dem Fuß am Kopf traf. Von der Ulmer Ankündigung, als erste deutsche Mannschaft in der neuen Halle am Ostbahnhof gegen Alba gewinnen zu wollen, war auf dem Feld nicht viel zu spüren. Die Berliner führten mit zeitweise bis zu 24 Punkten Vorsprung.

Der eigentliche Gewinner des Spiels aber war Johannes Herber. Er erhielt aufgrund von Jenkins Erkrankung ungewöhnlich viel Einsatzzeit, denn eigentlich spielt der deutsche Nationalspieler in den Überlegungen von Alba-Trainer Luka Pavicevic nur eine untergeordnete Rolle. Zuvor war er selten zum Einsatz gekommen, spielte durchschnittlich nur acht Minuten. Gestern waren es 19. Mit sieben Punkten, zwei Assists und intensiver Verteidigung empfahl sich der 26-Jährige für weitere Aufgaben. Bleibt die Frage, ob Luka Pavicevic das auch so gesehen hat.

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