85:79-Sieg gegen Frankfurt : Alba Berlin im Stile eines Klasseteams

Bundesliga-Spitzenreiter Alba Berlin braucht gegen formstarke Frankfurter lange, um auf Betriebstemperatur zu kommen - und schließlich nur vier Minuten, um die Gäste in die Schranken zu weisen.

Nach dem 14. Sieg in Serie steht Alba Berlin weiterhin ungeschlagen an der Tabellenspitze der Basketball-Bundesliga. Foto: dpa
Nach dem 14. Sieg in Serie steht Alba Berlin weiterhin ungeschlagen an der Tabellenspitze der Basketball-Bundesliga.Foto: dpa

Justin Cobbs suchte das Gespräch, traf bei Jamel McLean aber nur ein breites Grinsen an. Cobbs, Spielmacher der Frankfurt Skyliners, hatte schon das ganze Spiel über auf Gegner und Schiedsrichter eingeredet, bei McLean und dessen Alba-Mitspielern fand er Mitte des vierten Viertels aber kein Gehör mehr. Die Berliner brauchten am Sonntagabend gegen den Tabellenelften zwar 30 Minuten, um zu sich selbst zu finden, dann aber rissen sie ein umkämpftes Spiel im Stil eines Klasseteams an sich. Am Ende hieß es 85:79 (43:48) für die Berliner, die durch den 14. Sieg in Serie weiterhin ungeschlagen an der Tabellenspitze der Basketball-Bundesliga stehen. „Ich bin stolz darauf, wie wir in der zweiten Hälfte zurückgekommen sind“, sagte Trainer Sasa Obradovic. „Das Spiel war einer unserer härtesten Tests. Frankfurt hat unser Schwächen gesucht und gefunden.“

Die Frankfurter waren mit der Empfehlung von sieben Siegen in Serie in die Arena am Ostbahnhof gekommen – und so traten sie auch auf. Die Gäste verteidigten aggressiv und ohne Respekt vor dem Tabellenführer, besonders die schnellen Aufbauspieler von Trainer Gordon Herbert – Obradovics Vorgänger als Alba-Coach – bereiteten den Berlinern Probleme. Spielmacher Cobbs machte sich bei den 10.450 Zuschauern nicht nur durch die unappetitliche Angewohnheit unbeliebt, permanent auf seinem Zahnschutz herumzukauen. Cobbs lamentierte auch immer wieder theatralisch in Richtung der Schiedsrichter, die große Schwierigkeiten mit der Leitung der hitzigen Partie hatten. Mitte des zweiten Viertels setzten sich die Skyliners mit neun Punkten hintereinander ab, die Berliner blieben bis zur Halbzeitpause in Rückstand.

Innerhalb von vier Minuten drehte Alba das Spiel

Die Gastgeber gingen gefrustet vom Feld: Mit Cliff Hammonds, Alex Renfroe und Niels Giffey hatten drei wichtige Spieler bereits drei Fouls auf dem Konto, Obradovic kassierte auf dem Weg in die Kabine noch ein Technisches Foul. Obwohl die Cheerleader mit Flügelchen auf dem Rücken über das Feld tanzten und das Albatros-Maskottchen im Weihnachtsmann-Outfit herumblödelte, wollte sich rein gar keine festliche Stimmung einstellen.

Auch Reggie Redding – nach einem mehr als einwöchigen US-Aufenthalt wegen eins Trauerfalls ins Team zurückgekehrt – hatte seinem Team bis dahin nicht wirklich helfen können. Für Redding und den ebenfalls indisponierten Jamel McLean übernahmen nach dem Seitenwechsel Cliff Hammonds (18) Zähler und Marko Banic (16) das Punkten, die Berliner kämpften sich heran und lagen vor dem Schlussviertel nur noch mit 65:66 zurück. Jetzt übernahm Alba die Kontrolle: Dreier folgte auf Dreier, Schnellangriff auf Schnellangriff. Wenn die Frankfurter selbst den Ball hatten, sahen sie sich fünf Alba-Spielern gegenüber, die in der Verteidigung mit voller Intensität rackerten, dabei perfekt kommunizierten und jeden Rebound einsammelten. Innerhalb von nur vier Minuten, in denen Alba zwölf Punkte erzielte und Frankfurt nullkommanull, war das Spiel gedreht und entschieden. Als Hammonds per Korbleger zum 82:72 traf, wurden Justin Cobbs Widerworte von McLean einfach weggegrinst. „Wir haben das ganze Spiel über gekämpft“, sagte Hammonds. „Am Schluss hatten wir ein bisschen mehr Kraft und haben Frankfurt niedergerungen.“

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