9:4 gegen Kassel : Die Eisbären bleiben an der Spitze

Mit ihrem fünften Sieg in Folge haben die Eisbären am Sonntag ihre Tabellenführung in der DEL verteidigt. Vor 13.600 Zuschauern besiegten die Berliner die Kassel Huskies 9:4 und kamen so zu ihrem höchsten Saisonerfolg.

Claus Vetter
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Übers Knie gelegt. Eisbär Walser springt mit Husky Kraft hart um.Foto: Contrast

Berlin – Mit einer 3:8-Klatsche gegen die Kassel Huskies waren die Eisbären Berlin in die Saison gestartet. Offensichtlich war der holprige Auftakt ein Spiel mit „Lehrcharakter“, wie ihr Stürmer Jeff Friesen gesagt hatte. Denn nur 16 Tage später machte es der abenteuerliche Spielplan der Deutschen Eishockey Liga möglich, dass sich der Meister beim aufmüpfigen Provinzklub revanchieren durfte. Das machten die Eisbären am Sonntagnachmittag mit ihrem 9:4 (3:0, 3:3, 3:1)-Erfolg vor 13.600 Zuschauern in der O2-World recht eindrucksvoll.

 

Neun Tore geschossen, fünfter Sieg in Serie, die Tabellenführung verteidigt, Plan erfüllt. Wie können die Eisbären diese Saison noch sportlich interessant gestalten? Don Jackson hat die Antwort: Einfach die eigenen Ansprüche noch höher setzen. Der Trainer war auch gestern nicht rundherum zufrieden mit seiner Mannschaft. „Vier Gegentreffer sind einfach zu viel“, sagte der US-Amerikaner. „Wir haben zwischendurch geschlafen.“

 

Die Konkurrenz hofft sicherlich, dass die Eisbären nicht noch wacher agieren als am Sonntag. Am Besten man weckt die Berliner erst gar nicht auf, so wie es den Huskies mit ihrem provokanten 8:3-Erfolg gelungen war. „Da haben wir die Eisbären wohl zu sehr schockiert“, sagte Kassels Trainer Stephane Richer gestern. Die Huskies, immerhin als Tabellendritter in Berlin angetreten, wurden in Berlin das Opfer einer Berliner Eishockeydemonstration. Diese spielte sich im ersten Abschnitt fast nur im Drittel der Hessen ab, das Verhältnis von 19:2-Torschüssen zugunsten der Eisbären belegte das genauso wie drei herrliche Berliner Treffer durch Chris Hahn, Jens Baxmann und Steve Walker – der damit in allen sechs Saisonspielen getroffen hat.

 

Es ließ sich den Eisbären diesmal nicht vorwerfen, dass sie, wie in der Vorwoche beim langweiligen 3:1-Erfolg gegen Nürnberg, nicht an die Unterhaltung ihres Publikums dachten. Tempo, Spieltechnik und Spielorganisation waren exzellent – zu exzellent für Kassel. Doch nach Jeff Friesens Tor zum 4:0 wollten die Berliner Fans vorerst nicht mehr feiern. Aus Protest gegen ihrer Meinung nach diverse Unzulänglichkeiten in der Berliner Großarena schwiegen sie im zweiten Drittel fünf Spielminuten lang. Mal eine andere Idee, die einseitige Choreographie des Spieles wurde tatsächlich facettenreicher.

 

Die Spieler der Eisbären – für die Preisgestaltung bei den Eintrittskarten und Mängel beim Arena-Catering im Übrigen nicht verantwortlich – wirkten irritiert. Mitten in das Fanschweigen hinein traf Bryan Schmidt zum 1:4 für Kassel. Kaum war das akustische Stimmungstief überwunden, legten Alex Leavitt und Pierre-Luc Sleigher nach für die Huskies. Nun also hätte es spannend werden können, danach aber war den Eisbären nicht. Sie verschärften das Tempo. Tore von Andy Roach und Denis Pederson waren die Folge.

 

Die Huskies hatten eingesehen, dass es keinen Sinn machte, aufzumucken. Stefan Ustorf traf zum 7:3, Sleigher schoss noch ein Tor für Kassel. Danach trafen Travis James Mulock und zum Höhepunkt der Demütigung der Hessen Steve Walker zum 9:4 für die Berliner, die nach der Schlusssirene doch wie üblich verdiente Beifallsbekundungen ihres Publikums genießen durften. Vom Schweigen der Fans übrigens hatten die Spieler laut Verteidiger Jens Baxmann „nichts mitbekommen“. Dafür waren sie ansonsten gegen Kassel aber sehr aufgeweckt, die Spieler von Don Jackson. 

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