9. Wettkampftag : Was in der Nacht geschah: Gewonnen und zerronnen

Jeden Morgen um acht hier: die Zusammenfassung der Wettkämpfe der Nacht. Heute mit Britta Steffen zum zweiten, Michael Phelps zum achten und Paula Radcliffe wieder nicht zum ersten Mal...

Jörg Leopold
Athletics
Trostrunde. Liz Yelling steht ihrer enttäuschten Landsmännin Paula Radcliffe bei.Foto: dpa

Sie hat es noch einmal geschafft: Britta Steffen gewann nach ihrem Olympiasieg über 100 Meter heute auch noch Gold im kurzen Freistilsprint. Dabei lief das 50 Meter-Rennen ähnlich ab wie das zwei Tage zuvor über die doppelt so lange Distanz. Steffen lag zunächst deutlich zurück, überspurtete dann aber noch alle Konkurrentinnen mit einem famosen Finish. Eine Hundertstelsekunde schneller war sie schließlich als die 41-Jährige Dana Torres aus den USA. Die Zeit von 24,06 Sekunden bedeutete zudem neuen olympischen Rekord.

Er hat es natürlich auch wieder geschafft. Michael Phelps gewann mit der amerikanischen Lagenstaffel sein achtes Olympiagold und übertraf damit die Bestmarke von Mark Spitz. Nahezu unglaublich: in sieben seiner acht Finals siegte Phelps in Weltrekordzeit - so auch heute wieder. Ist er damit jetzt tatsächlich der größte Olympionike aller Zeiten? Übrigens: insgesamt gab es sage und schreibe 25 Weltrekorde bei den Schwimm-Wettbewerben. Was intensives Training und neue Anzüge so alles ausmachen können...

Einer, der in der Vergangenheit nicht nur auf harte Arbeit und herausragendes Material vertraute, ist Oussama Mellouli. Der Tunesier war wegen Dopings bis kurz vor den Spielen noch gesperrt und siegte heute über 1500 Meter Freistil. Grant Hackett blieb nur Silber und damit der olympische Gold-Hattrick über seine Spezialstrecke verwehrt. Vielleicht tröstet es ihn ja, dass die australische 4 x 100 Lagenstaffel das letzte Frauengold im Water Cube erschwamm.

Rumänin gewinnt Marathon

Paula Radcliffe sollte es werden, doch die Britin kam mit den äußeren Bedingungen beim Marathonlauf der Frauen überhaupt nicht zurecht. Mehrfach stand sie von Krämpfen geplagt und schwer atmend an den Absperrgittern, kämpfte sich aber wenigstens noch als 23. ins Ziel. Das hatte Constantina Tomescu schon lange vor ihr erreicht. In 2:26:44 Stunden war die Rumänin über die 42,195 Kilometer-Distanz nicht zu schlagen. Weltmeisterin Catherine Ndereba aus Kenia wurde Zweite, Bronze ging an die Chinesin Zhou Chunxiu. Schon Mitte des Rennens hatte sich Tomescu entscheidend abgesetzt und am Ende überlegen gewonnen. Die deutschen Starterinnen Melanie Kraus und Susanne Hahn belegten die Plätze 38 und 52.

Im Laufe des Tages gibt es im "Vogelnest" weitere fünf Entscheidungen in der Leichtathletik. Hammerwerfer Markus Esser ist dabei der einzige Deutsche, der in einem Finale steht. Höhepunkte des Tages sind um 16.25 Uhr die 100 Meter der Frauen und zum Abschluss gegen 16.45 Uhr die 10000 Meter der Männer. Hier kommt es zum großen äthiopischen Duell zwischen Titelverteidiger Kenenisa Bekele und Lauflegende Haile Gebrselassie. 

Hoffnung auf deutsches Rudergold

Die besten Chancen auf weitere deutsche Medaillen haben am Vormittag die Ruderer. Mit dem Leichtgewichts-Zweier und im Vierer ohne stehen zwei Boote bei den Frauen im Finale. Kathrin Boron könnte mit ihren drei Vierer-Kolleginnen zum fünften Mal in Folge olympisches Gold gewinnen, hat aber starke Konkurrenz auf ihrer Strecke.

Turner Fabian Hambüchen geht am Boden mit Außenseiterchancen in den Endkampf und im Segeln haben Hannes Peckolt und Jan-Peter Peckolt als Fünfte vor der letzten Wettfahrt in der 49er Klasse nur einen minimalem Rückstand auf Platz 3. Hoffentlich ergeht es den beiden besser als der Yngling-Crew um Ulrike Schümann. Die Berlinerinnen verpassten im Gesamtklassement als Vierte eine Medaille denkbar knapp.

Unterdessen sind die deutschen Handballfrauen ohne eigenes Zutun bereits ohne Chance auf das angestrebte Viertelfinale. Durch den Sieg der Schwedinnen über Brasilien am Morgen ist das heutige Spiel gegen Russland (13 Uhr) bedeutungslos. Noch hoffen dürfen hingegen die Hockeymänner. Ein Sieg gegen Spanien (Beginn: 15 Uhr) ist heute aber Pflicht, wenn noch Gruppenplatz 2 und damit der Sprung ins Halbfinale gelingen soll.

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