90 MINUTEN mit … : Ivica Olic

Der Hamburger Stürmer erzielt einen Hattrick

Karsten Doneck

Schnell war Ivica Olic schon immer. Aber alle Rennerei mündete viel zu selten in Effektivität. Effektiv zu sein, das heißt in seinem Fall nichts weiter als endlich Tore zu erzielen. Ivica Olic ist Stürmer beim Hamburger SV, seine Marke stand bei insgesamt 26 Bundesligaspielen, zwei davon für Hertha BSC, und einem halben Dutzend Toren. Keine überwältigende Quote.

Gestern, in seinem 25. Bundesligaspiel für den HSV, hat Olic gründlich mit dem Vorurteil aufgeräumt, einer der vielen Stürmer bei den Hamburgern zu sein, die mit großen Erwartungen geholt werden und dann den hohen Ansprüchen nicht annähernd genügen. Beim 4:1 (3:0)-Sieg über den Deutschen Meister VfB Stuttgart erhöhte Olic seine bisherige Torquote auf einen Schlag um 50 Prozent. Ihm gelang zwischen der 6. und der 35. Minute ein echter Hattrick.

Beim 1:0 lieferte ihm Mohamed Zidan uneigennützig die Vorlage, jener Stürmer also, der selbst um den Durchbruch in Hamburg kämpft. Auch beim 2:0 war Zidan beteiligt, aufgelegt bekam Olic den Ball aber von der rechten Seite von Guy Demel. Und bei Tor Nummer drei hatte der Tscheche David Jarolim im gegnerischen Strafraum schon die wichtigsten Stuttgarter Abwehrleute auf sich gezogen, darunter auch Torwart Raphael Schäfer, ehe er den Ball hinüberspielte zu Olic, der wieder richtig stand und mühelos vollendete.

Nach gut einer Stunde wurde an der Seitenlinie vor der Bank des HSV die Nummer 11 in roten Ziffern auf der Elektroniktafel angezeigt. Zeit zur Auswechslung: Ivica Olic durfte gehen, Eric Maxim Choupo-Moting kam für ihn. So einfach war das Verlassen des Platzes für den 28-jährigen HSV-Stürmer aber nicht. Piotr Trochowski, sein Mannschaftskamerad, schloss ihn an der Mittellinie erst noch einmal fest und lange in die Arme. Die Zuschauer in der Hamburger Arena huldigten ihrem Helden: Auf der Haupttribüne erhoben sie sich von ihren Plätzen und ließen Olic unter orkanartigem Beifall die wenigen Schritte vom Platz bis zu Bank gehen.

HSV-Trainer Huub Stevens, befragt nach der Leistung seines dreifachen Torschützen, schloss sich dem allgemeinen Jubel allerdings nicht an. „Wir haben als Mannschaft eine gute Leistung gebracht, und Ivica ist Teil dieser Mannschaft“, sagte er. So ist Stevens nun mal, immer bodenständig, etwas knorrig – da hätte Olic auch noch drei Tore mehr schießen können. Karsten Doneck

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