Sport : 90 Minuten mit: Kuffour und Kahn

Christoph Kieslich

Es war eine bewegte Woche für Oliver Kahn. Vergangenen Samstag ist er mal wieder mit Samuel Kuffour zusammengerasselt, und am Mittwoch hat er im Länderspiel gegen Israel ein Eigentor fabriziert.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Beide Gefühle kennt der Schlussmann des FC Bayern München. In der Türkei hat er sich auch schon mal ein Ei ins eigene Nest gelegt, und vor zweieinhalb Jahren wurde er von Vordermann Kuffour in Frankfurt zum ersten Mal gleichermaßen ungeschickt wie spektakulär umgenietet. Im Waldstadion schied Kahn seinerzeit verletzt aus.

Kahn ist sie gewohnt, die Begegnungen mit seinem Verteidiger, den das Boulevard flugs zum "Killer mit dem Engelsgesicht" machte (Begegnungsfoto: Imago). Auch die Begegnungen der anderen Art, wie vor einem Jahr, als Manchesters Stürmer Andy Cole den Münchner Torhüter am Kinn traf und Sanitäter Kuffour ihm mit einer dilettantischen Mund-zu-Mund-Beatmung zu Hilfe kam. Vorige Woche kam Kuffour seinem Torwart erneut zu nahe, diesmal im Luftkampf, wobei sich Kahn nicht sicher war, "was er da eigentlich wollte". Als ob der "Welttorhüter des Jahres" nicht selbst Herr über seinen Torraum wäre. Gestern in Freiburg lief Kuffour hinter Kahn ins Stadion ein, und wie ein Puffer hatte sich Torsten Fink zwischen die beiden geschoben.

Im Dreisamstadion hat Kahn auch schon schmerzvolle Augenblicke erlebt. Damals, als der Golfball geflogen kam. Gestern verbrachten er und Kuffour vergleichweise entspannte 90 Minuten. Nach fünf Minuten spielte Kuffour einen Rückpass auf seinen Torwart, was der Situation angemessen war und Kahn vor keine größeren Probleme stellte. Den spielentscheidenden Teil des Tages erlebten die beiden innerhalb von neun Minuten als Statisten. Beim 1:0 für die Bayern war Kuffour als erster Gratulant bei Bixente Lizarazu, beim 0:2 ließ sich Kahn gerade eine kleinere Blessur behandeln.

Kuffour hatte die kniffligsten Aufgaben zu lösen, wenn er bei Standardsituationen der Freiburger deren kopfballstärksten Spieler, Stefan Müller, auf Strafraumhöhe in Empfang nahm. Dreimal kam Müller vor Kuffour an den Ball, richtig gefährlich wurde es dabei aber nicht, und Kahn hatte also wenig an Kuffour und dessen Abwehrkollegen auszusetzen.

In der 44. Minute schaltete sich der Torhüter erstmals so lautstark ins Spiel ein, dass man es oben auf der Tribüne hören konnte. Weitere 45 Minuten hatte seine Mannschaft getan, wie ihr geheißen, und die Bayern waren der souveräne Sieger. Kahns und Kuffours persönliche Bilanz: keine Zusammenstöße, keine Verletzungen.

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