90 MINUTEN mit … : Lukas Podolski

Der Stürmer trifft und reagiert trotzdem gereizt

Michael Neudecker

Das Gefühl, wenn der Ball ins Tornetz fliegt, ist unbeschreiblich, Stürmer sagen das immer wieder. Es muss also eine große Erleichterung sein für Lukas Podolski, als er in der 81. Spielminute für die Bayern in Nürnberg den 1:1-Ausgleich erzielt. Erst 36 Spielminuten vor seinem Tor hat das Spiel für Podolski begonnen – wieder einmal sitzt er zunächst nur auf der Bank. Nach der Halbzeitpause wechselt ihn Trainer Ottmar Hitzfeld für Miroslav Klose ein. Podolski bekommt gleich das aggressive Engagement der Nürnberger zu spüren: Tomas Galasek beendet an der Mittellinie ein Dribbling von Podolski mit einer fairen, aber harten Grätsche. Minutenlang muss der Münchner Stürmer behandelt werden.

Wenig später kommt sein großer Auftritt: Mit Wucht sprintet Podolski dem Nürnberger Strafraum entgegen, Franck Ribéry legt ihm den Ball genau in den Lauf. Ein harter und präziser Linksschuss von Podolski und es steht 1:1. Es ist Podolskis erstes Bundesliga-Tor in dieser Saison und sein erstes seit dem 11. März 2007.

Nach dem Spiel wird er gefragt, wie er die offensichtlichen Probleme der Bayern in diesem Spiel gesehen habe. Podolski reagiert gereizt: „Wieso denn Probleme? Ich sehe keine Probleme, wir sind Tabellenerster, wie wir die Punkte holen, ist doch egal.“ Und überhaupt: „Wieso soll ich mir Gedanken machen, ob wir Doppelpässe spielen oder nicht? Das soll der Trainer analysieren und uns dann Bescheid geben.“ Immerhin hat ihn Hitzfeld schon zur Pause eingewechselt. Nicht weil Klose so schwach war, sondern „weil ich Lukas bringen wollte“, wie Hitzfeld sagt. Schließlich habe Podolski „enorme Fortschritte“ gemacht und stehe jetzt auf einer Stufe mit den anderen beiden Stürmern Klose und Toni. Michael Neudecker

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