Sport : 90 MINUTEN MIT Lukas Podolski

Wie Kölns Talent das Spiel gegen Bayern erlebte

Erik Eggers

Seine Mannschaft hatte erneut verloren, aber Lukas Podolski (Foto: rtr) war erneut der Gewinner. Dass die Kölner Fans nach dem Abpfiff feierten und noch lange auf den Rängen verharrten, lag an ihrem neuen Heilsbringer. Der 18-Jährige stand nach dem Abpfiff im Mittelkreis, völlig ausgepumpt. Bis Bayerns Bastian Schweinsteiger kam, sein Kollege aus der U-21. Sie schauten sich an und lachten. Die hoffnungsvollen Talente tauschten ihre Trikots. Erst dann schritt der untersetzte Jugendliche gemächlich zur Südtribüne und genoss den Jubel.

In seinem 16. Bundesligaspiel war Podolski zunächst untergetaucht. Doch in der 24. Minute explodierte er. Nach einer Vorlage von Scherz nahm er den Ball gar nicht erst an, sondern zog sofort ab und traf aus rund 20 Metern über Kahn ins Tor. Kahn war baff. „Der kann aus dem Nichts schnell mal ein Tor machen“, staunte der Nationalkeeper und schwärmte: „Man hat gesehen, wie torgefährlich er ist.“

Podolski schoss fast alle Standards, meistens technisch perfekt. Vor allem rannte er derart Kraft raubend über den Platz, dass man ihm zurufen möchte: ein wenig ruhiger, ein wenig ökonomischer, damit die Puste reicht. Nach dem fantastischen 1:0 aber war Podolski aufgedreht, nicht mehr zu halten. Vier Minuten nach seinem Führungstreffer scheiterte er an Kahn. Und sechs Minuten vor Schluss nahm er eine Feulner-Flanke an, drehte sich um Linke und schoss Richtung linken Torwinkel. „Den hatte ich schon zu 80 Prozent drin gesehen“, sagte er später. Aber Kahn hielt mit einem sagenhaften Reflex. Bayern-Manager Uli Hoeneß sagte später beeindruckt, dass er diesen Teenager mitnehmen würde zur EM nach Portugal, um ihn dort als Joker auf die Bank zu setzen. Wie reagierte Podolski darauf? „Ich kann mich nicht selbst nominieren.“ Er grinste dabei.

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