Sport : 90 Minuten Werbepause in München

Der TSV 1860 München hat sich seine kleine Chance auf die Uefa-Cup-Teilnahme erhalten - der FC Hansa Rostock steckt dagegen wieder tief im Abstiegskampf. Die Münchner besiegten am Samstag die Rostocker mit 2:0 (1:0). Gerade einmal 13 000 Zuschauer verloren sich im Münchner Olympiastadion und bejubelten - so lautstark es ging - die beiden Treffer von Martin Max. Ansonsten sahen sie genau das, was diese Paarung schon vor dem Anpfiff versprochen hatte: ein richtig schlechtes Bundesliga-Spiel.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Beide Teams boten in der ersten Halbzeit indiskutablen Fußball. Nur nach Abwehrfehlern ergaben sich zufällige Torchancen. Beispiel eins: Nach einem Missverständnis zwischen Münchens Torhüter Simon Jentzsch und Filip Tapalovic scheiterte Rostocks Marco Weißhaupt mit einem Kopfball. Beispiel zwei: Nach einer Unachtsamkeit der oftmals desorientierten Rostocker Abwehr musste Torhüter Perry Bräutigam per Fußabwehr gegen Daniel Borimirow retten. Vielleicht wäre ja alles ansehnlicher verlaufen, wenn die Münchner mit ihrem Kapitän Harald Cerny angetreten wären. Der 28-jährige Stürmer hatte sich allerdings vor dem Spiel einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen - er fällt nach eigener Aussage für die kommenden drei Wochen aus.

Ohne einen kreativen Ideengeber - Spielmacher Thomas Häßler saß auf der Tribüne - mussten die Gastgeber bis zur 42. Minute auf das erlösende Tor warten. Der Treffer resultierte aus einem weiten Ball von Jentzsch auf Markus Weissenberger. Dessen Flanke verwertete Max aus fünf Metern zu seinem zehnten Saisontor. Sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff verließ Max wieder jubelnd den Rostocker Strafraum. Eine Flanke von Martin Stranzl landete wieder bei Weissenberger, der gab wieder weiter an Max, und der schoss wieder ein. Die Hanseaten - nun seit vier Auswärtsspielen unter Trainer Armin Veh ohne Torerfolg - öffneten das Spiel und hatten durch Antonio di Salvo noch zwei Möglichkeiten. Doch gegen die überlegenen Münchner blieben sie bis zum Schluss überfordert. "Das war eine enttäuschende Leistung meiner Mannschaft, jetzt stecken wir mitten im Abstiegskampf", sagte Veh. Und weiter: "Das hatte kein Erstliga-Niveau." Auch sein Kollege Peter Pacult war nach dem Schlusspfiff deprimiert. "Das Spiel war keine Werbung", gab er zu.

Schade eigentlich. Denn Werbung hätten sie ziemlich nötig, die Münchner. Es steht zu befürchten, dass bei einem der nächsten 1860-Heimspiele noch weniger Zuschauer ins Münchner Olympiastadion kommen. Am nächsten Wochenende wird die Arena aber wieder gut gefüllt sein. Beim Stadtduell mit den Bayern.

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