Sport : 98 Prozent sind keine Perfektion

SCC-Volleyballer sollen sich zu Hause gegen Wuppertal steigern

Frank Bachner

Berlin. Mirko Culic ging in die Details. Der Gegner hatte an einem Dreier-Block des SC Charlottenburg vorbeigeschmettert, das war schon mal schlecht. Dann hatte der Gegner aber auch noch die einzige Lücke auf dem Feld gefunden, die unerreichbar war für andere SCC-Spieler, das war noch schlechter. Das bedeutete nämlich einen Punkt für den Volleyball-Bundesligisten Bayer Wuppertal. Culic monierte diesen Fehler. Dass Wuppertal andererseits im ersten Halbfinalspiel um die deutsche Meisterschaft 0:3 gegen den SC Charlottenburg, Culics Mannschaft, untergegangen war, das interessierte den SCC-Coach bei seiner Spielanalyse in diesem Moment nicht. Kaweh Niroomand, der SCC-Manager, hatte Culic bei der Teamsitzung zugehört. Er war ziemlich beeindruckt. „Dass er in die Feinheiten ging, bedeutet, dass er mit 98 Prozent Leistungsfähigkeit nicht zufrieden ist. Er will 102 Prozent.“

100 Prozent reichen allerdings auch aus. Damit würde der SC Charlottenburg heute (15 Uhr, Sömmeringhalle) wohl wieder gegen Bayer Wuppertal gewinnen. Dann stünde der SCC im Finale um die deutsche Meisterschaft, dann würde sich die Mannschaft ein Entscheidungsspiel am Ostersonntag (Sömmeringhalle, 15 Uhr) ersparen. Die Chancen dafür stehen gut. „Für uns gibt es eigentlich nur eine Gefahr: Wenn die Mannschaft schon jetzt glaubt, sie sei im Finale“, sagt Niroomand. Wenn sie also zu überheblich spielt. Wenn sie aber so spielt wie am Mittwoch in Wuppertal, dann hat Wuppertal nicht allzu viel zu bestellen. „Wir haben sehr kompakt gestanden“, sagt der SCC-Manager. Er hat das Spiel beobachtet. Später wertete er die Statistik aus und staunte: Marco Liefke, der wichtigste Angreifer des SCC, hatte einen Wert von 18:3. Im Klartext: „Bei seinen 21 Aktionen unterliefen ihm nur drei Fehler“, sagt Niroomand. Außerdem habe sich der SCC lediglich einen Annahmefehler erlaubt.

Andererseits: „Die Wuppertaler sind schon enttäuscht“, sagt Niroomand. Die Mannschaft hatte in den vergangenen Wochen gewonnen, was zu gewinnen war. Sie wird sich heute also enorm wehren. Das Spiel am Mittwoch war nach 68 Minuten beendet. So schnell dürfte es heute nicht gehen.

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