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Kommentar

Die Angst vor Tim Wiese

Stefan Hermanns versteht nicht, warum Bremens Torwart für das Länderspiel gegen Belgien nominiert wurde.
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Der Kraft-Keeper. Tim Wiese. Foto: ddp

Vor einer Woche hat der Kollege Köster an dieser Stelle über einen Bezirksligafußballer berichtet, der bei der Aufnahme des Mannschaftsfotos unbemerkt seine Turnhose so zur Seite geschoben hatte, dass sein Gemächt hervorlugte. Daran musste ich am Samstag denken, als Bremens Torhüter Tim Wiese von den Fernsehkameras kurz bei einer seltsamen, pornografisch allerdings unbedenklichen Aktion erwischt wurde. Der Bielefelder Artur Wichniarek lief auf ihn zu, Wiese ging in Stellung – dann griff er sich an den Saum seiner Hosenbeine und zog sie sich tief in den Schritt. War es Verlegenheit? Wollte Wiese Wichniarek irritieren? Oder hat er sich gar nichts dabei gedacht?

Aus Gerry Ehrmanns Klon-Labor

Ich gestehe: Ich verstehe den Torhüter Wiese nicht. Ich verstehe es nicht, wenn er in Eins-gegen-eins-Situationen mit beiden Beinen in den Gegner springt. Wenn er mit unglaublicher Penetranz seine Mitspieler anblafft, die seinen Maßstäben von Perfektion nicht genügen. Ich verstehe seinen Hang zu kunstvollen Flugeinlagen nicht, die keinen Zweck haben außer dem: ein bisschen besser auszusehen. Ich verstehe den Torhüter Wiese so wenig, dass er mir Angst einjagt.

Wiese entstammt dem Klon-Labor des Bodybuilders Gerry Ehrmann, der sich eine ganze Reihe Torhüter nach seinem Abbild geschaffen hat. Sie haben dicke Muskeln, sind furchtlos und besitzen einen Hang zum Kringelfliegen. Bei Bundestrainer Löw waren Torhüter dieses Formats bisher nicht gefragt. Löw legt Wert auf smarte Muskeln, nicht auf dicke. Dass Wiese trotzdem für das Länderspiel gegen Belgien nominiert war, ist nicht nur eine Überraschung, sondern wird wohl auch eine Ausnahme bleiben. Alles andere würde ich wirklich nicht verstehen.

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Comment
von betrachter betrachter ist gerade offline | 21.8.2008 19:39 Uhr
Volle Zustimmung
Rätselhaft, wie man Tim Wiese aufstellen kann. Wiese macht auf dicke Hose (und dicke Muskeln), leistet sich immer wieder grobe Schnitzer. Strafraumbeherrschung verwechselt er mit Gegenspieler einschüchtern und ein "mitspielender Torwart" wie Lehmann ist er auch nicht.
Und wie Wiese in der letzten Saison versucht hat, Olic vom HSV umzutreten, das hatte nichts mehr mit Fußball zu tun. Wenn Olic nicht in letzter Sekunde den Kopf weggezogen hätte...

Einzige denkbare Erklärung: Wiese ist wegen seiner schreiend bunten Trikots nominiert worden, soll Farbe ins Spiel bringen.

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von bremerin bremerin ist gerade offline | 21.8.2008 21:51 Uhr
Billiger Populismus
Ich bin kein Tim Wiese-Fan, ich fand seine Kung Fu-Einlage gegen Olic daneben und ich finde auch seine Interviews eher verzichtbar. Aber das gilt auch für die Herren Adler, Hildebrand, Neuer, Rensing etc.
Dass Wiese in Eins-zu-Eins-Situationen grundsätzlich mit beiden Beinen in den Gegner springt, ist Blödsinn. Das Bodybuilder-Image stimmt aktuell auch nicht mehr - er hat acht Kilo abgenommen und ist deutlich schlanker. Kunstvolle Flugeinlagen aus reiner Effekthascherei habe ich bei Wiese ebenfalls schon lange nicht mehr gesehen. Und als regelmäßige Stadionbesucherin bin ich eher überrascht, wie wenig Wiese seine Mitspieler anschreit - Grund hätte er bei der schlampigen Abwehr öfter. Und trotz einiger Defizite ist er ein guter Torwart!
Stefan Hermanns versteht Wiese nach eigener Aussage nicht? Ich verstehe Herrn Hermanns nicht. Vorurteile zu pflegen ist bequem, aber gerade als Journalist sollte man genauer hinsehen. Dieser Kommentar ist einfach nur platt und dümmlich!
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von feihung feihung ist gerade offline | 22.8.2008 10:45 Uhr
Dem
kann ich mich vollständig anschließen. Hermanns hat - wie üblich - nicht die geringste Ahnung, wovon er spricht. Aber wenigsens gibt er ja zu, dass er nichts versteht, Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.
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von ursula ursula ist gerade offline | 22.8.2008 16:59 Uhr
Herr Hermanns versteht nicht...
...oder doch!? Wiese ist an guten
Tagen ein "ordentlicher " Torwart,
Bremen kommt damit zurecht!

In der Nationalmannschaft hat er,
auch ohne die genannten Aspekte,
nichts zu suchen , da gibt es einfach
Bessere, "Formstabilere"!! P. S.
Comment
von zippo zippo ist gerade offline | 22.8.2008 1:46 Uhr
machen sie sich nichts draus
herr hermanns versteht auch hertha bsc nicht-
aber bei tim wiese hat er schon ein bischen recht.
Comment
von spraykanal spraykanal ist gerade online | 22.8.2008 2:19 Uhr
Siegermentalität
Es ist besser für einen Torhüter sich 90 Minuten an die Klöten zu fassen, als sich in 45 Minuten zwei Eier von den Brasilianern reinschieben zu lassen. Strafraumbeherrschung die fängt im allgemeinen schon an der Mittellinie an und das Tim Wiese ein Risikopatient ist, das steht schon seit Jahren im Fußballprogramm. Immerhin ist Werder Bremen damit Vizemeister geworden, warum soll das international da keine Ergebnisse bringen. In diesen Belangen ist die Nominierung gerechtfertig auch wenn Tim Wiese auf dem Spielerbogen steht.
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von kalle12 kalle12 ist gerade offline | 22.8.2008 15:44 Uhr
Wiese-kein Vorbild
Volle Zustimmung für Hermanns.Diese Torhütertypen sind Egozentriker vor dem Herrn.Die kennen nur ich ich ich..Seine Nominierung zur Nationalmannschaft galt nur zur Disziplinierung.Diese Art des Torhüters sollte dem Nachwuchs nicht als Vorbild dienen.
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von aloiss aloiss ist gerade offline | 22.8.2008 17:50 Uhr
Die Angst vor Stefan Hermanns
Hat der Mann Augen im Kopf? Auszug aus dem Kicker-Spielbericht vom ersten Spieltag:
"Erst düpierte Wichniarek Jensen und Fritz, ließ dann im Strafraum noch Prödl aussteigen, fand per Flachschuss aber in Wiese seinen Meister (41.). Drei Minuten später hieß das Duell erneut Wichniarek gegen Wiese, und erneut blieb der Bremer Sieger. Eine Marx-Flanke hatte der Pole platziert aufs Tor geköpft, Wiese aber glänzend reagiert (44.)."

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