Nach der Niederlage der ägyptischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Algerien im entscheidenden Spiel um die Teilnahme an der Fußball-WM haben mehrere Tausend Menschen in Kairo die algerische Botschaft belagert. Aufgebrachte Fans stießen mit der Polizei zusammen, zerstörten Geschäfte und warfen Steine und Feuerwerkskörper.
Kairo -
Rund 2500 wütende Fans randalierten vor der algerischen
Botschaft in Kairo. Sie verbrannten algerische Fahnen,
riefen "algerische Diplomaten raus aus Ägypten" und warfen mit
Steinen nach den Polizisten, die ihnen den Weg zu der Botschaft im
Stadtteil Zamalek versperrten. Die Polizei schlug mit Knüppeln
zurück, nahm aber niemanden fest. Nach einigen Stunden kehrte wieder
Ruhe ein, nachdem Anwohner die vorwiegend jungen Randalierer davon
überzeugt hatten, "dass es doch nicht richtig ist, wenn sich die
Ägypter untereinander prügeln".
Algerien hatte Ägypten am Mittwoch im Relegationsspiel, das im
Sudan ausgetragen wurde, mit 1:0 besiegt und sich damit für die
Fußball-WM 2010 qualifiziert. Nach Spielende schlugen algerische Fans
in Khartum auf ägyptische Zuschauer ein. Nach Angaben des
Gesundheitsministeriums in Kairo wurden dabei 21 Ägypter verletzt.
Am vergangenen Wochenende war es bereits vor und nach dem
Heimspiel Ägyptens gegen Algerien in Kairo zu Ausschreitungen
gekommen, in deren Verlauf neben vielen Fußballfans auch einige
algerische Spieler verletzt wurden. Mit dem 2:0 im letzten
Gruppen-Spiel hatte Ägypten am Samstag das Entscheidungsmatch im
Sudan erzwungen.
Der Streit der Fußballfans, der von einigen Medien in beiden
Staaten angeheizt worden war, hat inzwischen auch die Politik
erfasst. Nach den Krawallen in Khartum berief das ägyptische
Außenministerium am Donnerstag seinen Botschafter aus Algerien zu
Konsultationen nach Kairo zurück.
Die Kairoer Tageszeitung "Al-Masry Al-Yom" berichtete am Freitag,
der ägyptische Fußballverband wolle sich bei der Fifa über die
Attacken gegen die Zuschauer in Khartum beschweren. Ägyptische
Fußballfans riefen diejenigen Fans, die zu dem Spiel nach Khartum
gereist waren auf, dem Verband Beweise vorzulegen. "Lasst uns dafür
sorgen, dass Algerien disqualifiziert wird!", schrieb die Fangruppe
der ägyptischen Nationalelf im sozialen Netzwerk Facebook.
(smz/dpa)
Kommentare [ 6 ] Kommentar hinzufügen »
Im Spiel geht es dann munter weiter: treten, spucken, Rudelbildung um den Schiedsrichter, der zudem noch mit allerlei Gegenständen aus dem Publikum beworfen wird. Zum Schluss wird der Siegermannschaft noch eine Massenschlägerei mit dem Verlierer aufgezwungen, die nur zu unnötigen Sperren für die Spieler führt.
Klar, die Relegation ist für viele Mannschaften, die zweite Chance, sich doch noch zu qualifizieren, aber die FIFA könnte doch einfach die besten aller Gruppenzweiten weiterkommen lassen. Das Problem derartiger Ausschreitungen - und sogar daraus resultierender politischer Querelen - könnte man somit ganz leicht umgehen. Es wird doch immer wieder so gerne postuliert, dass Fußball international die Völker verbindet.
So ganz bestimmt nicht.
und generell ist es immer noch die alte leier, dass menschen sich nicht als brüder und schwestern begegnen, sondern als Ägypter und Algerier...
mit liebevollen grüßen
Aber wenn Sie sich mal das Spiel Bosnien-Herzegowina vs. Portugal oder Slowenien vs. Russland ansehen, dann trifft meine Einschätzung schon zu. Emotional dürfen "Endspiele" ja durchaus sein, doch sollte man bei allem sportlichen (Über-)Eifer nicht die Fairness außer acht lassen. Unschönster Höhepunkt in der Liste der gewaltreichen Relegationsspiele war wohl unter anderem das Spiel Türkei gegen die Schweiz vor vier Jahren.
der fussball sollte immer friedlich bleiben...
nur leider vergessen viele, dass man fussball spielt und nicht kämpft...
(was nicht heißen soll, dass man nicht seine ganze Kraft aufwenden sollte, um ein spiel zu gewinnen; man sollte sich nur immer bewußt bleiben, welchen "Preis" alle zu zahlen bereit sind -> siehe Henrys Hand "Gottes")
ich hoffe man weiß, wei ich's mein kann grad nicht so gut formuliern was ich sagen will...
ich liebe den fussball sehr, aber noch mehr liebe ich den menschen...