Aachen : Turnier der Superlative

Mehr Disziplinen, mehr Sportler, mehr Pferde, mehr Geld - das größte Reitturnier der Welt ist noch größer geworden.

Michael Rossmann[dpa]
CHIO Aachen
CHIO Aachen: Insgesamt 253 Sportler aus 23 Nationen werden 441 Pferde mit nach Aachen bringen.Foto: ddp

AachenDas am Dienstag beginnende CHIO in Aachen protzt wieder einmal mit Superlativen und hat seine Ausnahmestellung weiter ausgebaut. Dank der Investitionen in die Weltmeisterschaft 2006 ist das Traditionsturnier die mit weitem Abstand größte Pferdesport- Veranstaltung der Welt. Stolz verspricht Klaus Pavel, der Präsident des ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV): "Es wird ein Super-Turnier  - vielfältiger denn je." Die Zahlen sind tatsächlich beeindruckend. Allein der Etat ist noch einmal um 700.000 Euro auf 10,2 Millionen Euro gewachsen. Das ist ungefähr vier Mal so viel wie beim Hamburger Derby, dem zweiten großen Turnier-Klassiker in Deutschland.

1,55 Millionen Euro Gewinn im Spiel

Immerhin 1,55 Millionen Euro gehen in Form von Gewinngeld an die Sportler. So viel wird nirgendwo sonst ausgezahlt. Unmittelbare Auswirkungen auf das aktuelle Turnier haben vor allem zwei Investitionen der WM. Durch die Flutlichtanlage verlagert sich der Sport weiter in die Abendstunden, und durch den Bau der Geländestrecke konnten auch die Vielseitigkeitsreiter ins Programm aufgenommen werden. Darüber hinaus ist auch das Voltigieren erstmals fester CHIO-Bestandteil, so dass die Aachener mit Springen, Dressur und Fahren nun insgesamt fünf Disziplinen im Angebot haben. Auch das ist natürlich weltweit einmalig. "In der Vielseitigkeitsstrecke steckt sehr viel Geld, aber auch sehr viel Arbeit", sagt ALRV-Sportdirektor Frank Kemperman. "Es ist eigentlich mehr als sinnvoll, wenn wir diese Strecke weiter nutzen." Am Freitag und Samstag hat der pferdesportliche Dreikampf seine CHIO- Premiere, und er lockt mit der Einzel-Weltmeisterin Zara Phillips und den deutschen Team-Weltmeistern um Bettina Hoy. Eine der auffälligsten Neuerungen ist zudem die Verlegung des Nationenpreises der Springreiter vom Freitagnachmittag auf den Donnerstagabend, womit der äußerst traditionsbewusste ALRV gleichzeitig seine Innovationsfähigkeit beweist.

Springen unter Flutlicht

Die Organisatoren wollen mit dem Mannschaftswettbewerb unter der zur WM gebauten Flutlichtanlage "das Gänsehaut-Feeling auch beim CHIO rüberbringen", sagt Kemperman. Für das deutsche Team bietet das Flutlicht-Springen die Chance zur Revanche. Bei der WM retteten sich die hoch favorisierten Gastgeber gerade noch auf den dritten Platz und wollen nun zeigen, dass das ein Ausrutscher war. Dabei hat Bundestrainer Kurt Gravemeier genau jene fünf Reiter für Aachen nominiert, die zum WM-Kader gehörten: Christian Ahlmann (Marl), Ludger Beerbaum (Riesenbeck), Marcus Ehning (Borken), Marco Kutscher (Riesenbeck) und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen). Eine ganz besondere Prüfung ist es für Beerbaum, denn Aachen bietet für den viermaligen Olympiasieger den passenden Rahmen für den 100. Nationenpreis seiner Karriere. In der Dressur bilden Nadine Capellmann (Würselen), Hubertus Schmidt (Borchen-Etteln), Ellen Schulten-Baumer (Rheinberg) und Isabell Werth (Rheinberg) das deutsche Team. Sie gehören zu den insgesamt 253 Sportlern aus 23 Nationen, die 441 Pferde mit nach Aachen bringen. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben