Sport : Ab auf die Insel

Alle Bundesligisten treffen im Europapokal auf englische Klubs – Ribéry geehrt.

Da freut sich der Franzose. Franck Ribéry wurde gestern als Europas Fußballer des Jahres geehrt. Der Flügelspieler des FC Bayern setzte sich bei der von der Uefa vergebenen Auszeichnung gegen die Superstars aus der spanischen Primera Division durch. Lionel Messi vom FC Barcelona belegte Rang zwei, Cristiano Ronaldo (Real Madrid) Platz drei. Foto: Reuters
Da freut sich der Franzose. Franck Ribéry wurde gestern als Europas Fußballer des Jahres geehrt. Der Flügelspieler des FC Bayern...Foto: dpa

Berlin - Billy McNeill ließ sich nichts anmerken. Und so fingerte der 73 Jahre alte Schotte am Donnerstag bei der Auslosung der Champions-League-Gruppenphase in Monaco eifrig an den Loskugeln herum – doch sie wollten sich von dem ehemaligen Spieler von Celtic Glasgow einfach nicht öffnen lassen. Schließlich kam ihm Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino zu Hilfe, ehe der Europapokalsieger von 1967, der in seinen 486 Begegnungen für Celtic nicht einmal ausgewechselt wurde, nach der ersten Losungsphase die Bühne räumte.

Auch McNeills Nachfolger hatten allerhand Probleme beim Öffnen der Kugeln. Doch Infantino rettete den Abend. Vor allem aus Sicht der vier deutschen Vertreter, die jeweils eine der vier englischen Mannschaften zugelost bekamen. Sowohl Titelverteidiger Bayern München (ZSKA Moskau, Manchester City, Viktoria Pilsen) als auch dem letztjährigen Finalisten Borussia Dortmund (FC Arsenal, Olympique Marseille, SSC Neapel) blieben dabei aber die ganz kniffligen Aufgaben erspart. Auch der FC Schalke (FC Chelsea, FC Basel, Steaua Bukarest) und Bayer Leverkusen (Manchester United, Schachtjor Donezk, Real S. San Sebastián) können sich berechtigte Hoffnungen auf den Einzug in die K.-o.-Runde machen.

Bei den Spielern des FC Bayern überragte in den ersten Stellungnahmen nach der Auslosung vor allem der Respekt vor dem englischen Spitzenklub Manchester City: „ein richtiges Kaliber“ (Manuel Neuer), „ein harter Brocken“ (Thomas Müller), „eine Mannschaft der Extraklasse“ (Toni Kroos), „mein Ex-Verein“ (Jérôme Boateng) sei die millionenschwere Startruppe. Für Philipp Lahm gibt es jedoch keine Entschuldigungen: „Wir sind dieses Jahr als Titelträger in jedem Spiel der Favorit“, sagte der Kapitän.

Auch bei Borussia Dortmund wurde die Auslosung eher gelassen zur Kenntnis genommen. „Wir hätten es vielleicht schwerer, ganz sicher aber auch leichter treffen können“, fasste Kapitän Sebastian Kehl den Abend zusammen. Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp beunruhigten die kommenden Gegner nicht, im Gegenteil: „Das ist eine geniale, ausgeglichene Gruppe mit vier Mannschaften, die allesamt das Zeug haben, die Gruppenphase zu überstehen. Das wird sehr, sehr spannend.“

Auch bei Schalke 04 begannen sofort die branchenüblichen Rechenspiele. „Wenn wir in allen sechs Spielen unsere Leistung abrufen, ist der Sprung ins Achtelfinale drin“, sagte Schalkes Sportvorstand Horst Heldt. Auch Trainer Jens Keller zeigte sich durchaus optimistisch: „Ich finde, dass es eine schöne und reizvolle Gruppe ist. Wir können uns auf jeden Fall mit diesen Gegnern messen.“

Allein die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen versteckten sich am Donnerstagabend hinter den vermeintlich großen Namen ihrer Gegner. „Wir haben nichts zu verlieren und sind Außenseiter“, sagte Sportchef Rudi Völler. Auch Torjäger Stefan Kießling setzte eher auf ruhige Töne: „Es wird hart, sich in der Gruppenphase durchzusetzen. Aber wir gehen voller Optimismus an die Aufgaben heran.“

Billy McNeill suchte nach der Veranstaltung wohl schnell das Weite. Die Hälfte seiner Gage, die Gianni Infantino für seine Unterstützung im Spaß von ihm eingefordert hatte, die wollte der Schotte natürlich ganz für sich behalten. Tsp/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben