Sport : Aber Keegans Spieler und die Taktik haben den Qualitätstest nicht bestanden

Gerade ist England mit Mühe, Not und einer Niederlage "zur Europameisterschaft gestolpert" ("The Sun"), da träumt Kevin Keegan schon vom Titel. "Ich weiß, Ihr werdet lachen. Aber ab sofort haben wir die Chance, Europameister zu werden. Doch es bleibt noch eine Menge zu tun", sagte Englands Coach nach der 0:1-Pleite gegen Schottland im Play-off-Rückspiel für die Fußball-Europameisterschaft im nächsten Jahr in den Niederlanden und Belgien. Der 2:0-Sieg vor vier Tagen in Glasgow hielt die Engländer im Wettbewerb.

Die englische Presse ging mit Keegan und Co. nach der Zitterpartie vor 75 840 Zuschauern im Wembley-Stadion jedoch stark ins Gericht. "Keegan quetscht sich rein", schrieb der "Guardian". Und die seriöse "Times" fällte ein vernichtendes Urteil: "Keegans Spieler und die Taktik haben den Qualitätstest nicht bestanden." Immerhin blieb es nach dem Spiel weitgehend friedlich, nachdem es bereits vor dem Anpfiff am berühmten Trafalgar Square in London zu einer Straßenschlacht zwischen rivalisierenden Fan-Gruppen der beiden Teams gekommen war. Ein Polizei-Großaufgebot dämmte die Randale ein.

Jubel herrschte in der Türkei. Nach dem 0:0 gegen Irland in Bursa brachen alle Dämme. Für die Türkei war es nach den verheerenden Erdbeben ein Tag der Freude: Landesweit wurde auf den Straßen gefeiert, der Schmerz über die Opfer verdrängt. "Wir sind in den letzten Monaten mit Schmerzen überschüttet worden. Die Freude, die wir jetzt erleben, dürfte der Moral eines Jeden gut tun", sagte Sport-Minister Fikret Unlu. Zuschauer stürmten im Atatürk-Stadion freudetrunken auf das Spielfeld. Dabei kam es zu einem kleinen Handgemenge, in dem der Ire Tony Cascarino verletzt wurde. Irland legte Protest ein.

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