Sport : Abfahrts-As Hermann Maier aus Österreich Dritter hinter zwei Außenseitern

Der tückische Wind von Kvitfjell hat den zehnten Saisonsieg von Top-Star Hermann Maier im alpinen Ski- Weltcup verweht. Im ständigen Wechselspiel von Gegen- und Rückenwinden fand sich der 27-Jährige Österreicher trotz einer Leistungssteigerung gegenüber dem verkorksten Training in 1:28,95 Minuten auf dem dritten Platz der neunten Saison-Abfahrt wieder. Die Show im hohen Norden von Norwegen musste der Doppel-Weltmeister auf der Olympia-Strecke von 1994 zwei Außenseitern überlassen. Zunächst fühlte sich Didier Cuche (1:28,78) aus der Schweiz schon wie der sichere Sieger. Dann erzielte Daron Rahlves aus den USA mit der hohen Startnummer 24 in 1:28,69 Minuten noch Bestzeit und feierte als schon 26-Jähriger den ersten Sieg seiner Weltcup-Karriere. "Ich liebe diese Strecke", jubelte Rahlves, dem vor genau fünf Jahren auf diesem Hang von Kvitfjell mit Rang vier im Super-G das einzige Top-Resultat gelungen war. "Jetzt will ich in die Fußstapfen der großen amerikanischen Abfahrer treten", kündigte Rahlves in der Euphorie der Stunde an.

Bei Max Rauffer spielten einmal mehr die Nerven nicht mit. Der 27-Jährige vom SC Leitzachtal hatte in den Trainingsfahrten mit den Plätzen zwölf und dann sogar drei aufhorchen lassen. Im Wettkampf konnte der Deutsche diese Erwartungen nicht erfüllen, verbuchte mit dem 19. Rang aber eine ordentliche Platzierung. "Wenn ich im Mittelteil nicht einen Riesen-Fehler gehabt hätte, wäre ich noch weiter vorn gewesen", meinte Rauffer. "Ich habe mir nach dem guten Trainig aber schon ein bisschen mehr ausgerechnet." Stefan Stankalla aus Partenkirchen hatte mit extrem widrigen Bedingungen zu kämpfen und war letztlich froh, als 43. überhaupt heil ins Ziel gekommen zu sein.

Maier haderte mit den Umständen, aber von seinem Saisonziel - dem Gewinn der großen Kristallkugel für den Gesamt-Weltcup und so viele Disziplin-Kugeln wie möglich - kann ihn kaum jemand abbringen. In der Wertung des weltbesten Abfahrers liegt Maier vor den beiden abschließenden Schussfahrten nun schon mit 670 Punkten vor dem Italiener Kristian Ghedina mit 582 Zählern. "Mit Blick auf den Weltcup wollte ich heute nur sicher ins Ziel kommen", meinte Maier. "Es war nur wichtig, dass ich vor Kristian ins Ziel gekommen bin."

Noch viel besser sieht die Zwischenbilanz von Maier nach seinen Erfolgen 19 bis 27 im Gesamt-Weltcup aus. Sein härtester und einziger Rivale, der Norweger Kjetil-Andre Aamodt, hinkt vor allem in der Abfahrt viel zu weit hinterher. Nach Platz 25 weist Aamodt mit 1266 Punkten bereits einen Rückstand von fast 400 Punkten auf, denn Maier verbesserte sich auf 1630 Zähler.

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