Sport : Abgang bei den Füchsen

Handball-Aufsteiger sucht Nachfolger für Brack

Hartmut Moheit

Berlin - Geplant war das so nicht. Ein lockeres Fußballspiel sollte den Trainingsauftakt der Füchse Berlin bestimmen. Das fand dann zwar auch statt, aber danach ging es für die Spieler des Aufsteigers in die Erste Bundesliga gleich richtig zur Sache. „Wie kann ich sonst einen Spieler testen, wenn nicht beim Handball?“, entschuldigt sich Jörn-Uwe Lommel ein wenig dafür. Sein Team zog wie gewünscht mit. Engagiert, als ginge es in der stärksten Handball-Liga der Welt bereits wieder um Punkte, nicht erst Ende August. Vor allem ein Spieler rannte, blockte und warf wie besessen – Rasmus Gersch.

Den Namen des 25 Jahre alten Mittelspielers aus Altenholz, der sich eigentlich mit Erstligaabsteiger Hildesheim einig ist, hatte bis zuletzt niemand bei den Füchsen auf der Rechnung. „Nachdem uns Daniel Brack mitgeteilt hat, dass er ins von seinem Vater trainierte Erstligateam nach Balingen wechseln möchte, suchen wir Ersatz“, nennt Manager Bob Hanning den Grund für den dreitägigen Test. „Die Entscheidung, ob wir Gersch verpflichten, trifft der Trainer.“ So gerät das Thema Brack ein wenig in den Hintergrund.

„Ich finde es sehr schade, dass er geht“, äußert sich Rückraumspieler Frank Schumann dazu. „Er ist wirklich ein feiner Kerl, mit dem es in der Aufstiegssaison sehr viel Spaß gemacht hat.“ Ähnlich sieht es Bob Hanning, der mit der Familie Brack sogar befreundet ist. „Ich habe ihm alle Türen offen gelassen, aber letztlich hat er sich gegen uns entschieden“, sagt Hanning.

Dass der bisherige Kapitän zum Auftakttraining dennoch als Zuschauer kam, spricht für seinen Charakter. „Ich gehe nicht mit Wut, nein, wir hatten einfach zu unterschiedliche Spielauffassungen“, erklärt er. Hinter dieser Aussage steht, dass für die Erstligasaison mit Kjetil Strand ein besserer Spieler für die Mittelposition verpflichtet wurde und Brack auch mit Lommel nicht klarkommt.

Bracks Wechsel ist nicht das einzige Problem, das die Füchse derzeit beschäftigt. Hany El Fakharany, der neue Star im Berliner Team, sitzt in Kairo fest. „Er hat noch kein Visum, sein Flug ist uns erst für den 14. August angekündigt worden“, erzählt Lommel, der zum Trainingsbeginn auch auf Petr Stochl, Konrad Wilczynski (beide Länderspiele) und Gabor Langhans verzichten musste. Bereits am Montag hatten alle anderen Spieler einen Laktattest zu überstehen, der über ihren Fitnesszustand Auskunft geben soll. „Die Spiele in der Bundesliga werden zu achtzig Prozent über die Abwehr gewonnen“, erklärt Lommel. So gesehen war der harte Trainingsauftakt wegweisender Start.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben